Arbeiten in Bulgarien

Schwache Wirtschaft auf dem Wachstumspfad

Bulgarien gehört zu den wirtschaftlich schwächsten EU-Ländern und das bulgarische Durchschnittseinkommen gehört zu den niedrigsten in der EU. Die Wirtschaft befindet sich jedoch seit einigen Jahren auf dem Wachstumspfad.

Der Süden und Südwesten Bulgariens mit der Hauptstadt Sofia bieten traditionell die besten Arbeitsmärkte. Sofia ist der wichtigste Wirtschaftsstandort des Landes mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent im Jahr 2016. Im Nordwesten und Südosten Bulgariens liegt die Arbeitslosenquote hingegen weit über dem Landesdurchschnitt. Am höchsten ist die Quote mit 10,6 Prozent in der Region Severozapaden (Quelle: Eurostat 2016).

Situation auf dem Arbeitsmarkt

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Bulgariens. Der Außenhandelsumsatz bewegt sich von Rekord zu Rekord und lag 2016 bei 7,4 Milliarden Euro. Wichtigste Wirtschaftszweige sind: Chemische Industrie, Nahrungsmittel und Nahrungsmittelverarbeitung, Tabakindustrie, Metallindustrie, Maschinenbau, Textilindustrie, Glas- und Porzellanindustrie, Kohleförderung, Stahlproduktion, Energiewirtschaft und Tourismus.

Die wirtschaftliche Lage Bulgariens verbessert sich dank der hohen Inlandsnachfrage stetig. Der private Verbrauch entwickelt sich angesichts steigender Beschäftigung. Unterstützend kommt eine anziehende Absorption von EU-Mitteln der Förderperiode bis 2020 hinzu. Die Landwirtschaft hat zwar für die Beschäftigung an Bedeutung verloren, jedoch arbeiten immer noch rund 8 Prozent der Arbeitnehmer in diesem Sektor. In der Industrie liegt der Anteil der Beschäftigten mit 34,2 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

Mit durchschnittlich 545 Euro im Monat liegt Bulgarien am Ende der Lohnskala der EU27. Der gesetzliche Mindestlohn für einen Vollzeitjob liegt bei rund 250 Euro im Monat. Viele Westeuropäer sind allerdings von Unternehmen oder Regierungen nach Bulgarien entsandt und verdienen nach den Konditionen des Heimatlandes.

Gesucht werden in Bulgarien vor allem Techniker, Kaufleute, und Krankenschwestern. Gute Chancen haben auch Bürofachkräfte mit guten Fremdsprachenkenntnissen (vor allem Englisch). Ausländische Arbeitnehmer sind in Bulgarien vorwiegend als Fach- und Führungskräfte in den Branchen Bauwirtschaft, Telekommunikation und Energietechnik beschäftigt.

Jobsuche

Wenn Sie aus Deutschland heraus mit ihrer Suche nach einem Job in Belgien beginnen wollen, gibt es zwei erste Anlaufstellen: Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit bietet Ihnen Zugang zu einer Vielzahl von Stellenangeboten. Konsultieren Sie auch die Stellenbörse auf dem Eures-Portal. Neben einer Vielzahl von Stellenangeboten finden Sie hier zusätzlich detaillierte Informationen zum Arbeitsmarkt, zu den Freizügigkeitsregelungen und zum Thema Leben und Arbeiten in Bulgarien.

Außerdem können Sie das Online-Angebot der bulgarischen Arbeitsverwaltung unter www.az.government.bg nutzen. Es verweist auch auf Links der entsprechenden regionalen und lokalen Arbeitsämter. Eine Vielzahl von Stellenangeboten bietet auch die bulgarische Online-Jobbörse: www.jobtiger.bg. Auch die Suche auf den Webseiten von Unternehmen lohnt sich. In großen Tageszeitungen wie Demokracija, Capital Press, Bulgaria Dnes oder Iskri werden regelmäßig Stellenangebote veröffentlicht.

Bewerben

Spezifische Vorgaben, die sich von deutschen Standards abgrenzen, gibt es in Bulgarien nicht. Die Bewerbung besteht aus einem Anschreiben und dem persönlichen Lebenslauf. Das Mitsenden eines Bewerbungsfotos ist üblich, aber nicht obligatorisch. Zeugnisse schicken Sie nicht mit der Bewerbung, sondern bringen Kopien zum Vorstellungsgespräch mit..


Aufenthalt

Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen benötigen EU-Bürger eine Daueraufenthaltserlaubnis von der zuständigen bulgarischen Ausländer- oder Polizeibehörde. Ausländer sind verpflichtet, sich innerhalb von 48 Stunden nach Einreise bei der für ihren Aufenthaltsort zuständigen Ausländerbehörde oder Polizeidienststelle anzumelden. Bei Hotelaufenthalten übernimmt das Hotel die Anmeldung.

EU-Bürger brauchen keine Arbeitsgenehmigung für Bulgarien. Sie können sich bei der Arbeitsverwaltung ihres Wohnortes registrieren lassen, die dann im Falle der Arbeitslosigkeit einen persönlichen Aktionsplan zur Arbeitssuche aufstellt.

Falls Sie für einen bulgarischen Arbeitgeber tätig werden, sollten Sie auf keinen Fall Fragen der Sozialversicherung außer Acht lassen. Sie müssen sich der gesetzlichen Versicherungspflicht in Bulgarien unterziehen. Sobald Sie Ihren Wohnsitz nach Bulgarien verlegt haben, zahlt die deutsche gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich nicht mehr. In der Regel ist deshalb der Abschluß einer deutschen privaten Krankenversicherung empfehlenswert. Bei Ihrer Rückkehr müssen Sie sich sofort um Ihre Weiterversicherung in Deutschland kümmern. Das funktioniert in der Regel problemlos, allerdings dürfen Sie sich damit höchstens drei Monate Zeit lassen, sonst kann Ihr Anspruch auf Versicherung in einer gesetzlich Krankenkasse erlöschen.

Weitere Informationen:

Deutsche Botschaft in Sofia
ulica Frederic Jolio-Curie 25
1113 Sofia
Tel.: 00359 2 918 38 0
Fax: 00359 2 963 16 58
E-Mail : info@sofia.diplo.de

Botschaft der Republik Bulgarien in Berlin
Mauerstraße 11
10117 Berlin
Tel: 0049 (0)30 2064 8935
Fax: 0049 (0)30 208 6124
E-Mail: Embassy.Berlin@mfa.bg

Miniterium für Arbeit und Soziales
2, Triaditza Str.
BG -1051 Sofia
Tel: 00359 2 8119443
Fax: 00359 2 988 44 05; 986 13 18
Е-mail: mlsp@mlsp.government.bg

Nationale Agentur für Beschäftigung - Arbeitsverwaltung
N°3 Doundoukov blvd
1000 Sofia
Tel: 00359 2 980 87 19
Fax: 00359 2 986 78 02
E-Mail: az@az.government.bg

Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
Fr. Joliot Curie Str. 25 A
1113 Sofia
Tel : 00359 2 81630 10
Fax : 00359 2 81630 19
E-Mail: ahk-office@ahk-bg.org


Informationen zum Thema Jobsuche in Bulgarien erhalten Sie bei der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) der Bundesagentur für Arbeit.

Informationen zu Bulgarien allgemein finden Sie auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.



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