Arbeiten in Finnland

Pisa und die Folgen

Finnland hat seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen tiefgreifenden Strukturwandel von einem Agrarland hin zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft durchlaufen. Rund zwei Drittel aller Erwerbstätigen sind derzeit im Dienstleistungssektor beschäftigt.

Wichtigster Industriezweig des Landes ist die Elektroindustrie. Sie produziert mit Telekommunikationsgeräten und Internet-Netzwerken die erfolgreichsten Exportartikel des Landes. Ganz an der Spitze steht hier natürlich Nokia, der Weltmarktführer im Bereich der mobilen Kommunikation, mit 54.000 Mitarbeitern in 130 Ländern. In dem innovationsfreudigen "Klima" im Süden Finnlands hat sich eine Art "Silicon-Valley" des Nordens entwickelt: Zahlreiche internationale Computer-, Software- und IT-Unternehmen haben sich in der Gegend um Helsinki angesiedelt oder zumindest ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen hierher verlegt, z.B. IBM, ICL, Hewlett Packard, Lotus, SAP und Razorfish. Siemens entwickelt und forscht bereits seit 1981 in einem eigenen Kompetenz- und Entwicklungszentrum im Süden Finnlands.

Neben der IT-Branche und dem Dienstleistungssektor ist für Finnland ebenfalls die Forstwirtschaft von großer Bedeutung. Für Arbeitsuchende sind die Chancen in diesen Bereichen besonders hoch, wenn sie nicht nur über Kenntnisse in den Korrespondenzsprachen Deutsch und Englisch verfügen - Englisch ist für internationale Firmen unerläßlich - sondern neben Grundkenntnissen in Finnisch noch eine weitere Fremdsprache beherrschen.

Jobsuche
Erste Informationen und Stellenanzeigen findet man bereits auf den Internetseiten des Arbeitsamtes, allerdings nur in finnischer Sprache, die Suche dagegen ist auch in Englisch möglich. Vor Ort werden zumeist die lokalen Arbeitsämter ("Työvoimatoimisto") wegen der Vermittlung aufgesucht, denn circa 70 Prozent aller Stellenangebote laufen über sie. Seit 1994 sind jedoch auch private Arbeitsvermittler zugelassen, deren Internetseiten bereits erste Hilfestellungen für Interessenten in Deutschland bereitstellen.

Wer den klassischen Weg über die Zeitungen sucht, kommt an der Sonntagsausgabe von "Helsingin Sanomat" mit dem größten Anzeigenteil aller finnischen Zeitungen nicht vorbei. Auch die vom Arbeitsamt zweimal in der Woche erscheinende Zeitung "Työmarkkinat" enthält eine stattliche Anzahl an Angeboten. Wer mit einem kaufmännischen, technischen oder akademischen Abschluß eine Position im finnisch-deutschen Geschäftsumfeld anstrebt, kann seine Angaben in die Datenbank der Deutsch-Finnischen Handelskammer eintragen lassen. Mit den Hinweisen zum Berufswunsch, der Gehaltsvorstellung und der Unternehmensart wird der Lebenslauf dort elektronisch verwahrt und auf Anfrage den Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Bewerbung
In einem Land, in dem die IT-Branchen einen so hohen Stellenwert hat, empfiehlt sich natürlich eine Bewerbung per E-mail oder gar ein Hinweis auf eine eigene Bewerbungshomepage. Manche Arbeitgeber bieten bereits auf den eigenen Internetseiten Bewerbungsformulare an, die man auf jeden Fall nutzen sollte. Die 'normalen' Bewerbungsunterlagen enthalten in der Regel ein Anschreiben und einen Lebenslauf, seltener werden Zeugniskopien verlangt und auch ein Passfoto ist nicht unbedingt üblich.

Das Anschreiben sollte kurz gehalten werden und in einem lockeren, aber prägnanten Stil die wichtigsten Angaben zur Person und Motivation sowei die Bitte um ein Vorstellungsgespräch enthalten. Der tabellarische Lebenslauf umfaßt Angaben zur Person, Ausbildung , Berufserfahrung, gegebenenfalls Veröffentlichungen sowie Sprachkenntnisse, Hobbys und Empfehlungen und wird mit Datum und Unterschrift versehen. Sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf sollten möglichst in Finnisch oder Englisch abgefaßt sein.

Aufenthalt
Die Aufenthaltsgenehmigung muß innerhalb der ersten drei Monate beantragt werden. Zuständig sind auch die örtlichen Polizeidienststellen. Benötigt werden hierfür der (gültige) Personalausweis oder Paß und die Bescheinigung des Arbeitgebers. Man erhält die Aufenthaltsgenehmigung in der Regel für fünf Jahre.

Weitere Informationen:

Botschaft der Republik Finnland in Deutschland
Rauchstrasse 1
10787 Berlin
Tel.: 030 50 50 30
Fax: 030 50 50 33 33
E-mail: info.berlin@formin.fi
Öffnungszeiten: Montag-Freitag von 9.00-12.00 Uhr

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Finnland
Krogiuksentie 4b, 00340 Helsinki.
Tel.: 00358 9 458 580
Fax: 00358 9 45 85 82 58
E-mail: saksa@germanembassy.fi

Deutsch-Finnische Handelskammer
Mikonkatu 25. 00100 Helsinki
00358-9-612 21 20
00358-9-642 859
E-mail: info@dfhk.fi

Länderinformation:
http://www.finland.de

Finnland-Institut Berlin:
http://www.finnland-institut.de/

Arbeitsvermittlung:
http://www.btcweb.de (Baltic-Training-Center)

Informationen zu Studium und Praktikum:
http://finland.cimo.fi/

Jobbörsen:
http://www.uranusfin.com
http://www.jobline.fi
http://www.aarresaari.net
http://www.stepstone.fi
http://www.rekry.com
http://www.ilkka.fi
http://www.pib.fi
http://www.adecco.fi
http://www.ssconsulting.fi
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http://www.manpower.fi



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