Arbeiten in Italien

Persönliche Kontakte immer noch am wichtigsten

Der Zugang zum italienischen Arbeitsmarkt ist nicht einfacher als in anderen europäischen Staaten. Dies liegt vor allem daran, dass persönliche Kontakte - das Prinzip der "Passaparola" - immer noch am wichtigsten sind, um einen Arbeitsplatz oder auch eine Wohnung zu finden.

Situation auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote in Italien lag Anfang 2018 leicht über dem europäischen Durchschnitt (Quelle: Statista), aber hier muss man das extreme Nord-Süd-Gefälle beachten. Mittelitalien und der Süden sind sehr stark von Arbeitslosigkeit betroffen, während die Situation im Norden sowie im deutschsprachigen Südtirol gut ist.

Für deutsche Arbeitssuchende von besonderem Interesse ist der Großraum Mailand mit den Provinzen Milano, Varese, Como, Bergamo und Novara. Dies ist das Kerngebiet deutscher Unternehmensaktivitäten in Italien, da hier fast 60 Prozent aller deutschen Unternehmen angesiedelt sind. Für Italien ist Deutschland mit Abstand der größte Handelspartner: Rund 16 Prozent aller italienischen Importe stammten 2016 aus Deutschland. Rund 13 Prozent aller italienischen Exporte werden nach Deutschland geliefert. 

In Italien sind rund 70 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig, rund 27 Prozent in der Industrie und rund 3 Prozent in der Landwirtschaft (Quelle: Statista). Im Industriesektor sind die Beschäftigungspotenziale in der Metallbranche am höchsten, gefolgt von der Transportmittelindustrie sowie der Holz- und Möbelindustrie. Im Dienstleistungssektor hat der Einzelhandel das höchste Jobpotenzial, gefolgt vom Hotel- und Gaststättengewerbe sowie dem Großhandel.

Der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst betrug 2016 in Italien rund 31.000 Euro (Quelle: Destatis). Die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich kaum von denen in Deutschland.

Stellensuche

Eine erste Möglichkeit, von Deutschland aus eine Stelle zu suchen, bieten italienische Zeitungen wie "Corriere della Sera", "Il Sole - 24 ore" oder "Dolomiten". Doch aufgepasst: die meisten in Deutschland erhältlichen Ausgaben sind für das Ausland produziert und um den begehrten Anzeigenteil abgespeckt. Deshalb lohnt sich der zusätzliche Blick online, sowohl auf die Webseiten der Zeitungen, Zeitarbeitsfirmen und Stellenbörsen.

Deutschland als wichtigster Handelspartner Italiens eröffnet auch die Möglichkeit, sich direkt bei der Präsenz eines deutschen Unternehmens zu bewerben. Eine Liste solcher Firmen können Sie bei der Deutsch-Italienischen Handelskammer erhalten. Wer speziell eine Stelle im Bereich Sekretariat, Management oder Verkaufsdirektion sucht, kann sich in die Personaldatenbank der Handelskammer eintragen und vermitteln lassen.

Auch eine Initiativbewerbung direkt bei den Firmen ist durchaus üblich. Wer keine Onlinebewerbung verschicken möchte, findet die notwendigen Adressen über die "Yellow-Pages" oder in Firmenverzeichnissen wie "Kompass".

Bewerbung

Knappe und präzise Bewerbungsunterlagen werden von den italienischen Arbeitgebern gerne gesehen. Dabei reicht im Anschreiben der Hinweis, auf welche Stelle man sich bewirbt sowie ein Verweis auf den beigefügten Lebenslauf und die freundlich formulierte Bitte um ein Vorstellungsgespräch.

Nur in Initiativbewerbungen sollte man auf die Gründe der Bewerbung eingehen. Ein Passfoto beizufügen ist ebenso unüblich wie Kopien von Diplomen, Zeugnissen oder Referenzen mitzuschicken. Diese Unterlagen bringt man direkt zu den Vorstellungsgesprächen mit. Hier kann man auch auf persönliche Kontakte verweisen. Bei der Bewerbung sollte stets der Zusatz "Vi autorizzo a trattare i miei dati ai sensi della legge 675/96" ergänzt werden, mit dem man den italienischen Datenschutzrichtlinien zustimmt.

Die Einstellungsverfahren können sich in Italien durchaus etwas hinziehen. Da es nicht üblich ist, die Bewerbungsunterlagen zurückzusenden, sollte man nach circa drei Wochen nach Absendung der Unterlagen einmal telefonisch nachfragen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei den Botschaften:

Botschaft des Landes Italien in Deutschland
Hiroshimastraße 1
10785 Berlin
Tel.: 030 - 25 44 00
Fax: 030 25440-116
E-Mail: segerteria.berlino@esteri.it

Deutsche Botschaft in Italien
Ambasciata della Repubblica Federale di Germania
Via San Martino della Battaglia, 4
00185 Roma
Tel.: 0039-06 49213-1
Fax: 0039-06-49213-320
Kontaktformular


Weitere Informationen zum Arbeiten in Italien:

Weitere Informationen zum Arbeiten in Italien erhalten Sie bei der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) der Bundesagentur für Arbeit.

Wenn Sie in Italien arbeiten, gelten für Sie die italienischen Rechtsvorschriften für soziale Sicherung. Weitere Informationen dazu erhalten Sie in der Broschüre „Arbeiten in Italien. Informationen zur Sozialversicherung", der Deutschen Verbindungsstelle Krankenkassen – Ausland.

Weitere Informationen über das Land allgemein erhalten Sie auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes.

Arbeitsvermittlung
http://www.provinz.bz.it/de/default.asp (Arbeitsverwaltung Bozens)
www.venetolavoro.it/ (Veneto)
http://www.leccolavoro.it/ (Lecco)
www.aostavalley.com/ (Aosta)
agenziapiemontelavoro.gov.it/ (Piedmonte)
www.comune.torino.it/ (Torino)
http://www.regione.toscana.it/ (Toscana)

Jobbörsen
https://ec.europa.eu/eures/public/de/job-mobility
https://www.kellyservices.it/
www.jobonline.it/

Zeitungen
http://www.corriere.it/;
http://www.ilsole24ore.com/?refresh_ce=1;
https://ilgazzettino.it/



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