Arbeiten in Polen

Keine Hindernisse für Arbeitnehmer aus EU-Ländern

Da die Anwesenheit von Arbeitnehmern aus den EU-Ländern Voraussetzung für den Anstieg ausländischer Investitionen sei, ist eine Begrenzung von ausländischen Arbeitnehmern seit dem 17. Januar 2007 nicht mehr im Interesse der polnischen Wirtschaft.

Polen führte bis Mitte Januar 2007 eine Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit durch. Deutsche Staatsangehörige, die in Polen arbeiten möchten, benötigen aber ab dem 17. Januar 2007 keine Arbeitserlaubnis mehr. Der in Kraft getretene Erlass des Ministers für Arbeit und Sozialpolitik hebt Zugangsbeschränkungen für Arbeitnehmer aus den alten EU-Mitgliedsstaaten und den EFTA-Staaten zum polnischen Arbeitsmarkt auf.

Seitdem genießen also alle EU-Bürger und Staatsangehörige der EFTA-Staaten ungehinderten Zugang zum polnischen Arbeitsmarkt. Eine Arbeitserlaubnis ist nicht mehr erforderlich, vergleichbare Beschränkungen bestehen nicht. Zu beachten ist allerdings, dass nach mehr als dreimonatiger Verweildauer in Polen eine aufenthaltsrechtliche Registrierung erfolgen muss.

Bei einem Aufenthalt in Polen von mehr als 90 Tagen, müssen deutsche Staatsangehörige spätestens 45 Tage nach der Einreise bei den zuständigen Woiwoden einen Antrag auf eine befristete Aufenthaltsgenehmigung stellen.

Die Staatsangehörigen der Beitrittsstaaten können die „Aufenthaltserlaubnis-EG", die sie für einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten benötigen, nach der Einreise beantragen.

Der polnische Arbeitsmarkt
In Polen mangelt es an Ingenieuren, Baufachkräften, kaufmännischem Fachpersonal, Ärzten und Krankenschwestern. Die polnische Ärztekammer geht davon aus, dass mittlerweile 20 000 polnische Ärzte im Ausland arbeiten. Die Zahl der Krankenschwestern und Pflegekräfte ist nach Schätzungen dreimal so hoch.

Mit einer Bevölkerung von 38,6 Millionen Einwohnern ist Polen der größte Reformstaat in Mitteleuropa. Seit 1. Januar 1999 gibt es nunmehr nur noch 16 Woidwodschaften anstelle der alten 49. Dennoch wird die Verwaltung zentral von Warschau aus gesteuert. Seit der Einführung der freien Marktwirtschaft 1989 hat sich die Wirtschaft Polens erfolgreich umstrukturiert.

Zwischen 1992 und 2000 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich etwa 5 Prozent jährlich. Aufgrund der weltweiten Konjunkturschwäche und abnehmender Binnennachfrage gibt es aber auch in Polen eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Zudem haben die Umstrukturierungen und nachrückende geburtenstarke Jahrgänge zu einer Arbeitslosigkeit von circa 9,6 Prozent (Juni 2008) beigetragen. Allerdings lag die Arbeitslosenquote im Juni 2004 noch bei 19,5 Prozent.

Für deutsche Interessenten an einem Job in Polen ist der Markt sehr klein. Nicht nur die relativ hohe Arbeitslosigkeit, sondern auch der hohe Ausbildungsstand der polnischen Schul- und Hochschulabgänger bedeutet große Konkurrenz. Zudem sind Polen, die Deutsch sprechen, weitaus häufiger anzutreffen, als Deutsche die Polnisch sprechen. Aber gerade die haben sehr gute Chancen auf dem polnischen Arbeitsmarkt. Denn vor allem der Handel betrachtet die Erweiterung als große Chance, sowohl die polnischen Firmen, die in der EU ihre Aktivitäten ausbauen wollen, als auch die deutschen, die sich den polnischen Markt erschließen wollen.

Eine Liste der Firmen findet man auf den Seiten der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer. Ein polnisch sprechender Deutscher mit beruflichen Kenntnissen ist daher von besonderem Interesse, nicht nur für den Handel, auch für den Bereich Maschinenbau oder das Dienstleistungsgewerbe. Bisher sind Deutsche aber vor allem als Übersetzer und Deutschlehrer tätig.

Jobsuche
Die polnische Arbeitsbehörde "Serwis Urzedów Pracy" bietet ausländischen Bewebern kaum Stellen. Auch Personalvermittlungsagenturen ("Agencja Pracy") sind in Polen recht dünn gesät, man findet sie in den Gelben Seiten vor allem für Warschau und Umgebung. Dort sowie auf den Internetseiten der deutsch-polnischen Industrie- und Handelskammer findet man die Firmen, bei denen man sich initiativ bewerben kann. Denn Initiativbewerbungen sind neben der Arbeitssuche vor Ort der beste Weg zu einem Job in Polen. Ergiebig sind auch - was den Großraum Warschau betrifft - die Zeitungen "Rzeczpospolita" und "Gazeta Wyborcza". Und mit einem Praktikum sich den Weg für eine spätere Anstellung bei einem Unternehmen zu ebnen, ist nicht unüblich.

Bewerbung
Wer im Ausland arbeiten möchte, sollte die Sprache des Gastlandes beherrschen. Das gilt natürlich auch für Polen. Eine Bewerbung sollte daher in polnischer Sprache verfasst sein, aber es gibt auch Ausnahmen. Gerade wenn Führungskräfte gesucht werden, kann schon einmal die Bewerbung in Deutsch oder Englisch gefordert werden. Dann sollte man versuchen, an irgendeiner Stelle der Bewerbung seine Polnischkenntnisse deutlich zu machen, denn diese sind in jedem Fall von Vorteil.

In Polen genügt zwar meist eine abgespeckte Bewerbungsmappe mit Anschreiben und Lebenslauf, aber ausländische Bewerber sollten auf die üblichen Anlagen wie Zeugnisse nicht verzichten, um Missverständnisse zu vermeiden.

Das Anschreiben sollte sehr deutlich den Grund für einen Stellen- und Länderwechsel hervorheben, nicht umsonst heißt das Anschreiben Motivationsbrief ("List motywacyjny"). Wichtig zu erwähnen sind Berufserfahrungen - alternativ Schwerpunkte des Studiums oder Praktika - und in jedem Fall Computerkenntnisse, auch wenn die Tätigkeit nicht unbedingt mit Computern verbunden ist.

Der klar strukturierte Lebenslauf sollte sich nicht auf die Aneinanderreihung von Berufserfahrungen und Ausbildung beschränken, sondern auch die Inhalte darstellen, also Studienschwerpunke oder Beschreibung der Tätigkeit; Hobbys dagegen sind nicht üblich.

Wer das Einstellungsgespräch oder bei großen Firmen eventuell den Eignungstest erfolgreich bestanden hat, sollte sich mit den Umgangsformen im Betrieb vertraut machen. Chef oder Chefin werden natürlich gesiezt, aber ansonsten herrscht ein vertraulich distanzierter Ton. Man nennt sich beim Vornamen mit einem vorangestellten "Sie" - "pan" für Herr und "pani" für Frau.

Weitere Informationen

Deutsche Botschaft in Warschau:
ul. Jazdów 12
00-467 Warszawa
Tel: 0048 (0)22 5841 900
Fax: 0048 (0)22 5841 929
Website: http://www.warschau.diplo.de/Vertretung/warschau/de/Startseite.html

Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Breslau:
ul. Podwale 76
50-449 Wroclaw
Tel: 0048 71 377 2700
Fax: 0048 71 342 4114
Website: http://www.breslau.diplo.de/Vertretung/breslau/de/Startseite.html

Botschaft der Republik Polen in Berlin:
Lassenstr. 19-21
14193 Berlin-Grunewald
Tel: 0049 (0)30 223130
Fax: 0049 (0)30 22313155
E-Mail: info@botschaft-polen.de
Website: http://www.berlin.polemb.net/index.php?document=24

Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer:
ul. Miodowa 14
00-246 Warszawa
P.O. Box 62
00-952 Warszawa
Tel: 0048 22 53 10 500
Fax: 0048 22 53 10 600, 0048 22 53 10 644
E-Mail: info@ihk.pl
Website: http://ahk.pl/

Europäisches Berufsberatungszentrum für Polen:
Heilbronner Str. 24
15230 Frankfurt/ Oder
Tel.: 0335 570 2014
Fax: 0335 570 2999
E-mail: Frankfurt-Oder.Europaservice@arbeitsamt.de

Länderinformationen und Jobbörse:
http://www.info-polen.com/
http://www.jobpilot.pl
http://www.jobs.pl

Gelbe Seiten
http://www.pkt.pl
http://www.yellowpages.pl

 



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