Arbeiten in Portugal

Zwischen Februar und Juli bewerben

Portugals Industrie ist vor allem in den und um die beiden größten Städte des Landes angesiedelt: bei der Hauptstadt Lissabon und bei Porto. In den Großräumen leben rund die Hälfte der zehn Millionen Einwohner des Landes. Die wichtigsten Industriezweige sind Nahrungsmittel-, Textil- und Metallindustrie. Auch der chemische Sektor fällt ins Gewicht. Wichtiger Nebenzweig: die Korkverarbeitung. Darüber hinaus ist das Finanzwesen dabei, sich als starker Arbeitgeber zu etablieren. Vor allem an der Algarve, auf Madeira, der Inselgruppe der Azoren und im Großraum Lissabon ist außerdem der Tourismus als Wirtschaftszweig von großer Bedeutung - als Arbeitsplatz für Ausländer jedoch eher selten.

Portugal bietet dennoch zahlreiche Möglichkeiten für ausländische Arbeitssuchende. Viele Arbeitgeber verlangen neben verhandlungssicheren Sprachkenntnissen auch landeskundliche Kenntnisse und interkulturelle Kompetenz. Für deutsche Arbeitssuchende sind insbesondere Tochterunternehmen deutscher Firmen sowie portugiesische Betriebe mit Geschäftsbeziehungen zu Deutschland interessant. Dort werden vor allem Büropersonal und Verkaufsfachleute gesucht. Aber auch Betriebswirte, Ingenieure und EDV-Fachleute haben gute Aussichten, denn Portugal bildet relativ wenige Hochschulabsolventen aus. Ein Bedarf an Führungskräften besteht besonders in der metallverarbeitenden Industrie.

Jobsuche
Die beste Zeit für eine Bewerbung – vor allem für Akademiker – ist von Februar bis Juni. Viele portugiesische Firmen suchen dann neue Mitarbeiter, da die meisten Studenten im Juli ihren Abschluss machen. Aber oft werden die Stellen nach Absprache zwischen Hochschullehrer und Arbeitgeber vergeben, so dass ausländische Bewerber größere Chancen haben, wenn sie einen Blick auf die Stellenangebote in den Zeitungen werfen. "Diário de notícias" hat die meisten Stellenangebote, vor allem in der Wochenendausgabe. Im Süden weit verbreitet ist "Correiro da Manha" mit Angeboten für gelernte und ungelernte Arbeitnehmer im Dienstleistungsbereich, im Norden sind die beiden wichtigsten "Commercio do Porto" und "Jornal de Notícias". Für Fach- und Führungskräfte empfiehlt sich die Wochenzeitschrift "Expresso" mit der Beilage "Expresso Emprego".

Eine wichtige Rolle auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt spielt der staatliche Vermittlungsdienst, das Institut für Beschäftigung und Berufsbildung IEFP. Vor allem für Arbeiter ist er interessant. Unternehmen, die höher qualifizierte Jobs besetzen möchten, wenden sich dagegen seltener an die Behörde. Wer sich die vom IEFP angebotenen Stellen ansehen möchte oder andere Infos erfragen will, braucht dort nicht offiziell als arbeitssuchend gemeldet zu sein. Wer sich dagegen „richtig“ vermitteln lassen möchte, muss sich registrieren lassen. Die Adressen der lokalen Arbeitsämter, der „Centros de Emprego“, erhält der Bewerber vom nationalen IEFP. Mittlerweile gibt es - besonders für Arbeiter und Angestellte - auch sehr viele Zeitarbeitsagenturen, zum einen sind das die Ableger der international bekannten Vermittler, zum anderen kleine einheimische Unternehmen, die mitunter über nur ein einziges Büro verfügen. Die Adressen der Agenturen sind in den Gelben Seiten (Págineas Amarelas) zu finden. Sinnvoll als Einstieg in einen ausländischen Arbeitsmarkt ist meist auch eine Bewerbung bei einem Tochterunternehmen einer deutschen Firma. Eine Liste erhält man bei der zuständigen Handelskammer.

Bewerbung
Initiativbewerbungen werden in Portugal gern gesehen, sie sollten aber handschriftlich formuliert sein und das volle Unterlagenpaket enthalten. Das gilt nicht für 'normale' Bewerbungen, hier reicht ein Anschreiben, das nicht mehr handgeschrieben sein muß, ein tabellarischer Lebenslauf, ein Foto und gegebenenfalls das letzte Diplom o.ä. aus. Das Anschreiben ist meist sehr knapp gehalten und sollte auf jeden Fall auf die Beweggründe für die Bewerbung eingehen, der Lebenslauf kann dafür etwas ausgiebiger sein und sollte in tabellarischer Form auflisten:

Wer dann mit seiner Bewerbung, dem Vorstellungsgespräch und vielleicht einem Einstellungstest in Portugal erfolgreich war, sollte sich nicht wundern, wenn der Arbeitsvertrag nur mit einer mündlichen Vereinbarung abgeschlossen wird. Allein befristete Arbeitsverhältnisse bedürfen einer schriftlichen Regelung. Sitzt er dann glücklich bei einem Glas Portwein und Fado-Gesang in der Lissaboner Altstadt, dann hat er sich mit einigen nicht so erfreulichen Rahmenbedingungen einverstanden erklärt. Der Verdienst liegt zwischen 30 bis 50 Prozent unter dem deutschen Lohnniveau und die gesetzliche Arbeitszeit beträgt 42 Wochenstunden – mit Blick auf die europäischen Nachbarn dann durchaus ein Anlass für die „saudade“.

Aufenthalt
Als EU-Bürger brauchen Sie für einen Aufenthalt in Portugal, der länger als drei Monate dauert, eine Aufenthaltserlaubnis. Einen entsprechenden Antrag stellen Sie bei der regionalen Direktion des Dienstes für Ausländer und Staatsgrenzen (Servico de Estrangeiros e Fronteiras). Zusätzlich zu den üblichen Unterlagen (Personalausweis oder Reisepass, Passfoto) müssen Sie als Arbeitnehmer eine Erklärung Ihres Arbeitgebers über die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses vorlegen. Wenn Sie noch auf Jobsuche sind, sollten Sie einen Nachweis über ausreichende Existenzmittel erbringen können. Als Selbstständiger brauchen Sie einen formlosen Nachweis darüber, dass Ihr Unternehmen im portugiesischen Hoheitsgebiet ansässig ist.

Weitere Informationen

Botschaft der Portugiesischen Republik in Deutschland
Zimmerstraße 56
10117 Berlin
Tel.: 59 00 63-500
Fax: 59 00 63-600
E-mail: mail@botschaftportugal.de

Deutsche Botschaft in Portugal
Campo dos Mártires da Pátria, 38
1169-043 Lisboa
Tel.: 00351 218 810 210
Fax: 00351 218 853 846
E-mail: embaixada.alemanha@clix.pt

Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alema
Av. da Liberdade, 38-2°
1269-039 Lisboa
Portugal
Tel.: 00351 21 321 12 00
Fax: 00351 21 346 71 50
Email: infolisboa@ccila-portugal.com
Homepage: http://www.ccila-portugal.com
Geschäftszeiten: Montag-Freitag 9-12 Uhr, 14-17 Uhr

Europäisches Berufsberatungszentrum für Portugal
K.-Schumacher-Allee 16
20097 Hamburg
Tel.: 040 2485 1988
Fax: 040 2485 2333
E-mail: Hamburg.Europaservice@arbeitsamt.de

Staatliche Arbeitsverwaltung
http://www.iefp.pt

Länderinformationen
http://www.wir-in-portugal.de

Jobbörsen
http://www.expressoemprego.pt
http://www.stepstone.pt
http://www.netjobs.pt
http://www.adecco.pt
http://www.cegoc.pt
http://www.egor.pt
http://www.emprego.pt
http://www.eusei.pt
http://www.manpower.pt
http://www.mba.pt



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