Arbeiten in Portugal

Zwischen Februar und Juli bewerben

Situation auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt

Zwar liegt Portuals Arbeitslosenquote mit 9,7 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, jedoch ist sie seit dem Hoch von 2013 konstant gesunken. Der durchschnittliche Verdienst liegt rund 40 Prozent unter dem deutschen Lohnniveau und die gesetzliche Arbeitszeit beträgt 42 Wochenstunden.

Mit 75 Prozent macht die Dienstleistungsbranche den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt Portugals aus. Der Anteil des Industriesektors beläuft sich auf circa 23 Prozent. Portugals Industrie ist vor allem auf die beiden größten Städte des Landes ausgerichtet: der Hauptstadt Lissabon und Porto.  Die wichtigsten Industriezweige sind Nahrungsmittel-, Textil- und Metallindustrie. Auch der chemische Sektor fällt ins Gewicht. Wichtiger Nebenzweig: die Korkverarbeitung. Darüber hinaus ist das Finanzwesen dabei, sich als starker Arbeitgeber zu etablieren. Vor allem an der Algarve, auf Madeira, der Inselgruppe der Azoren und im Großraum Lissabon ist außerdem der Tourismus als Wirtschaftszweig von großer Bedeutung.

Portugal bietet zahlreiche Möglichkeiten für ausländische Arbeitssuchende. Viele Arbeitgeber verlangen neben verhandlungssicheren Sprachkenntnissen auch landeskundliche Kenntnisse und interkulturelle Kompetenz. Für deutsche Arbeitssuchende sind insbesondere Tochterunternehmen deutscher Firmen sowie portugiesische Betriebe mit Geschäftsbeziehungen zu Deutschland interessant. Dort werden vor allem Büropersonal und Verkaufsfachleute gesucht. Aber auch Betriebswirte, Ingenieure und EDV-Fachleute haben gute Aussichten, denn Portugal bildet relativ wenige Hochschulabsolventen aus. Ein Bedarf an Führungskräften besteht besonders in der metallverarbeitenden Industrie.
 

Jobsuche

Die beste Zeit für eine Bewerbung – vor allem für Akademiker – ist von Februar bis Juni. Viele portugiesische Firmen suchen dann neue Mitarbeiter, da die meisten Studenten im Juli ihren Abschluss machen. Aber oft werden die Stellen nach Absprache zwischen Hochschullehrer und Arbeitgeber vergeben, so dass ausländische Bewerber größere Chancen haben, wenn sie einen Blick auf die Stellenangebote in den Zeitungen werfen. "Diário de notícias" hat die meisten Stellenangebote, vor allem in der Wochenendausgabe. Im Süden verbreitet ist "Correiro da Manha" mit Angeboten für gelernte und ungelernte Arbeitnehmer im Dienstleistungsbereich. Im Norden sind die beiden wichtigsten "Commercio do Porto" und "Jornal de Notícias". Für Fach- und Führungskräfte empfiehlt sich die Wochenzeitschrift "Expresso" mit der Beilage "Expresso Emprego".

Eine wichtige Rolle auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt spielt der staatliche Vermittlungsdienst, das Institut für Beschäftigung und Berufsbildung IEFP. Vor allem für Arbeitnehmer ist er interessant. Wer sich die vom IEFP angebotenen Stellen ansehen möchte oder sich informieren will, braucht dort nicht offiziell als arbeitssuchend gemeldet zu sein. Wer sich dagegen „richtig“ vermitteln lassen möchte, muss sich registrieren lassen. Die Adressen der lokalen Arbeitsämter, der „Centros de Emprego“, erhält der Bewerber auch vom IEFP. Ein Blick auf das europäische Eures-Portal ist auch empfehlenswert.

Mittlerweile gibt es viele Zeitarbeitsagenturen in Portugal. Zum einen sind das die Ableger der international bekannten Vermittler, zum anderen kleine einheimische Unternehmen. Die Adressen der Agenturen sind in den Gelben Seiten (Págineas Amarelas) zu finden. Sinnvoll als Einstieg in einen ausländischen Arbeitsmarkt ist meist auch eine Bewerbung bei einem Tochterunternehmen einer deutschen Firma. Eine Liste erhält man bei der zuständigen Handelskammer.

Bewerbung

Initiativbewerbungen werden in Portugal gern gesehen. Die Bewerbungsunterlagen sollten ein Anschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf und ein Foto beinhalten. Das Anschreiben ist meist sehr knapp gehalten, während der Lebenslauf etwas ausgiebiger sein darf. Dieser sollte in tabellarischer Form folgendes auflisten:

  • Angaben zur Person
  • Ausbildung
  • berufliche Bildung
  • Berufserfahrung
  • Freizeitaktivitäten / Persönliches

Wer dann mit seiner Bewerbung, dem Vorstellungsgespräch und vielleicht einem Einstellungstest in Portugal erfolgreich war, sollte sich nicht wundern, wenn der Arbeitsvertrag nur mit einer mündlichen Vereinbarung abgeschlossen wird. Allein befristete Arbeitsverhältnisse bedürfen einer schriftlichen Regelung.

Aufenthalt

Als EU-Bürger brauchen Sie für einen Aufenthalt in Portugal, der länger als drei Monate dauert, eine Aufenthaltserlaubnis. Einen entsprechenden Antrag stellen Sie bei der regionalen Direktion des Dienstes für Ausländer und Staatsgrenzen (Servico de Estrangeiros e Fronteiras). Zusätzlich zu den üblichen Unterlagen (Personalausweis oder Reisepass, Passfoto) müssen Sie als Arbeitnehmer eine Erklärung Ihres Arbeitgebers über die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses vorlegen. Wenn Sie noch auf Jobsuche sind, sollten Sie einen Nachweis über ausreichende Existenzmittel erbringen können. Als Selbstständiger brauchen Sie einen formlosen Nachweis darüber, dass Ihr Unternehmen im portugiesischen Hoheitsgebiet ansässig ist.

Eine Arbeitserlaubnis brauchen Sie als Unionsbürger nicht.

Weitere Informationen

Botschaft der Portugiesischen Republik in Deutschland
Zimmerstraße 56
10117 Berlin
Tel.: 59 00 63-500
Fax: 59 00 63-600
E-mail:

Deutsche Botschaft in Portugal
Campo dos Mártires da Pátria, 38
1169-043 Lisboa
Tel.: 00351 218 810 210
Fax: 00351 218 853 846

Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer
Av. da Liberdade, 38-2°
1269-039 Lisboa
Tel.: 00351 21 321 12 00
Fax: 00351 21 346 71 50
Email: infolisboa@ccila-portugal.com

Europäischen Berufsberatungszentrum für Portugal
Kurt-Schumacher-Allee 16
20097 Hamburg
Tel. 040 / 2485-0
Fax 040 / 2485-2333
 

Staatliche Arbeitsverwaltung
http://www.iefp.pt

Jobbörsen
http://www.expressoemprego.pt
http://www.adecco.pt
http://www.cegoc.pt
http://www.egor.pt
http://www.emprego.pt
http://www.manpower.pt

Allgemeine Länderinformationen
http://www.wir-in-portugal.de/themen/arbeitssuche.html



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