Arbeiten in der Schweiz

Hohe Lebenshaltungskosten - hohe Löhne

Zum 1. Juli 2002 ist ein Abkommen der Schweiz mit der EU in Kraft getreten, dass allmählich die Freizügigkeit für Arbeitnehmer einführt. In einer Reihe von Übergangsfristen wird die Personenfreizügigkeit bis 2014 vollständig verwirklicht werden.

Doch schon nach zwei Jahren, also am 1. Juli 2004 erhielten die Schweizer volle Freizügigkeit in der Europäischen Union. Am 31. Mai 2007 wurden die Einschränkungen für EU-15-Mitgliedsstaaten in der Schweiz aufgehoben, die Bürger dieser Länder haben seitdem freien Zugang zum schweizer Arbeitsmarkt. Der Inländervorrang fällt weg, es muss also nicht mehr überprüft werden, ob ein Schweizer für die Stelle gefunden werden kann. Für Bürger der 2004 und 2007 der EU beigetretenen Staaten Mittelosteuropas gelten noch besondere Übergangsregelungen bis voraussichtlich 2010.

Immer mehr Bürger aus der Europäischen Union zieht es in die Schweiz. Das geht aus einer Statistik des Bundesamtes für Migration hervor. Dies wird als eine Folge des jüngsten Abkommens der Schweiz mit der EU über den freien Personenverkehr gesehen. Den größten Zuwachs gab es bei den Deutschen und den Portugiesen.

Von August 2007 bis Ende August 2008 stieg die Zahl der Ausländer aus den 27 EU- und den EFTA-Staaten in der Schweiz um 7,9 Prozent. Demgegenüber wurden lediglich 0,5 Prozent mehr Bürger anderer Staaten gezählt. Der Ausländeranteil an der Schweizer Bevölkerung betrug Ende August 21,3 Prozent, 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Über 1,6 Millionen Ausländer lebten Ende August im Land. Von ihnen stammten knapp über eine Million Personen aus den 27 EU- und den EFTA-Staaten.

Die Zahl der Deutschen in der Schweiz stieg nach Angaben des Amtes innerhalb von einem Jahr um 36 240 Personen. Dahinter folgen die Portugiesen (+14 368), die Franzosen (+9175), die Briten (+3702) und die Österreicher (+1707). Unter den in der Schweiz lebenden Ausländern stellen die Italiener mit 290 155 Staatsangehörigen die größte Gruppe. Dahinter folgen die Deutschen (224 377), die Portugiesen (192 562) und die Serben (185 784).

Der wichtigste Grund, in die Schweiz umzuziehen, ist die Arbeit: Knapp die Hälfte (46,9 Prozent) der zwischen September 2007 und August 2008 neu Zugezogenen sind Erwerbstätige aus Ländern, für die keine Kontingente mehr gelten. Dahinter folgt mit einem Anteil von 30,7 Prozent der Familiennachzug. Die Schweiz hat rund 7,5 Millionen Einwohner.

Situation auf dem Arbeitsmarkt
Die Schweiz hat zwar mit die niedrigsten Wachstumsquoten aller OECD-Länder, aber ist dennoch eines der reichsten Länder der Welt. Von einer so niedrigen Arbeitslosenquote (2,8 % im Jahr 2007) träumen die meisten europäischen Länder, aber den Schweizern bereitet sie große Sorgen, da es in den letzten Jahren einen leichten Anstieg gegeben hat. Doch andererseits gibt es in einigen Branchen durchaus hohen Bedarf. So redet die IT-Branche von einem Mangel an 10.000 bis 20.000 Fachkräften. Standbeine der schweizerischen Wirtschaft, die geprägt ist von kleinen und mittleren Unternehmen, sind die Nahrungsmittelindustrie, der Tourismus und das Bankengewerbe. Im letzteren stagniert allerdings mittlerweile die Nachfrage nach ausländischen Experten, während Köche und andere gastronomische Berufe nach wie vor stark gesucht werden. Auch im Gesundheitsbereich, für gewerblich/ technische Berufe im Bausektor und in der Architektur bieten sich gute Chancen. Wer nicht nur wegen dieser Aussichten, sondern auch durch die hohen Löhne ins Land gelockt fühlt, sollte bedenken, dass die Lebenshaltungskosten ebenfalls immens hoch sind.

Jobsuche
Eine Jobsuche vor Ort empfiehlt sich auch deswegen, weil man in der Schweiz dafür ein halbes Jahr Zeit hat. Zur Arbeitssuche kann man sich drei Monate im Land aufhalten, möchte man dies weitere drei Monate tun, meldet man sich bei der Einwohnerkontrolle oder der Fremdenpolizei. Für die Arbeitsuche kann man nun auch die Hilfe der regionalen Arbeitsvermittlungen in Anspruch nehmen, die früher für ausländische Arbeitsuchende nicht offen waren. Weiter verbreitet und sehr beliebt sind Agenturen, die allgemein, branchen- oder zielgruppenspezifisch Jobs vermitteln. Die Vermittlungsgebühr zahlt in der Regel der zukünftige Arbeitgeber. Eine gute Quelle für Fach- und Führungskräfte sind die Stellenangebote in der Wochenendausgabe der "Neuen Züricher Zeitung". Aber Vorsicht: Auch wenn man sie an jedem guten Kiosk erhält, sie könnte um den begehrten Anzeigenteil abgespeckt sein.

Bewerbung
Die Bewerbung sollte schon äußerlich beeindrucken, also hochwertiges Papier, gutes Foto, saubere Zeugniskopien. Das Anschreiben sollte erkennen lassen, warum man sich bei dieser Firma bewirbt und gegebenenfalls auch die Kenntnisse über die Firma einfließen lassen. Bezugnahme auf die geforderten Qualifikationen ist unerlässlich und sollte kurz und präzise die eigenen Berufserfahrungen und die Aùsbildung darstellen. Der tabellarische Lebenslauf kann chronologisch oder antichronologisch, muss aber lückenlos sein. Noten sollten auf jeden Fall ausgeschrieben werden, denn eine 2 bedeutet in der Schweiz mangelhaft. Der Lebenslauf umfasst neben den persönlichen Daten, Ausbildung, Berufserfahrung, Praktika, besondere Kenntnisse (Sprachen, EDV) und Sonstiges, als da wären: Hobbys, nebenberufliche Aktivitäten, Veröffentlichungen etc.). Die Analyse von Anschreiben und Lebenslauf für die Auswahl der Bewerber ist sehr wichtig, es kann daher auch schon mal eine Handschriftenprobe angefordert werden. Auch Referenzen werden oftmals verlangt und Informationen über die Bewerberperson von ihnen eingeholt.

Aufenthalt
Noch ist für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vorausgesetzt, dass man eine Arbeitsbewilligung bekommt. Diese beantragt entweder der Arbeitgeber bei der Fremdenpolizei oder Einwohnerkontrolle oder man geht mit dem Arbeitsvertrag selbst dorthin. Danach erhält man entweder eine Kurzaufenthaltsbewilligung "L-EG", befristet auf die Dauer des Arbeitsvertrages bis zu einem Jahr, oder eine Daueraufenthaltsbewilligung "B-EG". Bei einem Arbeitsvertrag von mehr als einem Jahr wird die "B-EG" für die Dauer von fünf Jahren erteilt und dann automatisch um weitere fünf Jahre verlängert. Außerdem gibt es für den Erhalt der Bewilligung eine Bedingung: Man muß sich eine private Krankenversicherung besorgen, denn eine gesetzliche Krankenversicherung gibt es in der Schweiz nicht.

Weitere Informationen

Deutsche Botschaft in Bern:
Willadingweg 83
3006 Bern
Tel.: 0041 31 359 41 11
Fax: 0041 31 359 44 44
Kontakt: Formular auf der Homepage
http://www.deutsche-botschaft.ch

Handelskammer Deutschland-Schweiz:
Tödistrasse 60
8002 Zürich
Tel.: 0041 1 283 61 61
Fax: 0041 1 283 61 00
E-mail: auskunft@handelskammer-d-ch.ch
Website: http://www.handelskammer-d-ch.ch

Europäisches Berufsberatungszentrum für die Schweiz und Liechtenstein:
Brombacher Str. 2
79539 Lörrach
Tel.: 07621 178 101
Fax: 07621 178 188
E-mail: Loerrach.Europaservcice@arbeitsamt.de

Integrationsbüro EDA/EVD:
Bundeshaus Ost
3003 Bern
Tel.: 0041 31 322 2222
Fax: 0041 31 312 5317
E-mail: europa@seco.admin.ch
Website: http://www.europa.admin.ch

Bundesamt für Migration:
Quellenweg 15
3003 Bern-Wabern
Tel.: 0041 31 325 9511
Fax: 0041 31 325 9651
E-mail: eu-immigration@bfa.admin.ch
Website: http://www.auslaender.ch

Landesinformationen:
http://www.swissworld.org/de/
http://www.swisspolitics.org

Informationen zu den bilateralen Abkommen:
http://www.europabrevier.ch/

Internetseite der regionalen Arbeitsvermittlungen:
http://www.treffpunkt-arbeit.ch/seco/site/de/home/

Schweizer Zeitungen:
http://www.zeitung.ch/ (Übersicht)
http://www.nzz.ch
http://www.baz.ch
http://www.bernerzeitung.ch
http://www.letemps.ch
http://www.szonline.ch
http://www.tagblatt.ch
http://www.tages-anzeiger.ch
http://www.azag.ch



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