Arbeiten in der Slowakei

Noch herrscht hohe Arbeitslosigkeit

Lange Zeit bildete die Slowakei das Schlusslicht unter den osteuropäischen Reformstaaten. Der damalige Regierungschef Vladimir Meciar brachte das Land nach der Trennung von Tschechien in die politische Isolation. Erst durch den Sieg der bürgerlichen Parteien 1998 hat sich das Blatt allmählich geändert. Die neue Regierung löste die Isolation auf und näherte sich der EU an. Nach den letzten Wahlen 2002 erhöhte die Regierung das Reformtempo noch einmal und ebnete den Weg für ein zügiges Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren.

Situation auf dem Arbeitsmarkt

Von dem im Verhältnis zu den anderen neuen Mitgliedstaaten hohen Pro-Kopf-Einkommen profitiert vorwiegend der Westen des Landes um die Region Bratislava, so dass Wirtschaftsforscher mittlerweile von einem ausgeprägten Ost-West-Gefälle sprechen. Bratislava ist nach Prag die zweitreichste Wirtschaftsregion der neuen EU-Beitrittsländer. Kaufkraft und Produktivität liegen dort exakt im EU-Schnitt. Allerdings bieten sich Großkonzerne, die mehrere Tausend Beschäftigte benötigen, rund um Bratislava kaum noch Arbeitskräfte. Zuletzt siedelten sich deshalb mit Hyundai und Volkswagen (bereits vor einigen Jahren mit einem zweiten Standort) zwei Automobilkonzerne in Žilina und dem 30 km entfernten Martin an.

Der Wandel zur Marktwirtschaft hat dem Land allerdings auch eine enorme Arbeitslosigkeit gebracht. Entlassungen in der Landwirtschaft und in den ehemaligen Staatsunternehmen konnten nicht durch neue Stellen im Dienstleistungssektor aufgefangen werden. Hinzu kommt, dass derzeit geburtenstarke Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Arbeitslosenquote schwankte zuletzt um die 19 Prozent-Marke und ist damit die höchste unter den Beitrittsländern. In den östlichen Regionen (Banská Brstrica, Kosice) erreicht sie mehr als 20 Prozent. Im Gegensatz dazu liegt die Quote in Bratislava, wo Volkswagen mit 5.600 Mitarbeitern größter Arbeitgeber ist, bei etwa sieben Prozent.

Der Fahrzeugbau ist jedoch nicht die einzige wichtige Branche. Die chemische und pharmazeutische Industrie ist mit einem Anteil von knapp einem Fünftel der bedeutendste Industriezweig des Landes. Sie gilt als einer der effizientesten Wirtschaftsbereiche. Wichtigster Standort ist auch hier Bratislava. Weitere Branchen von Bedeutung sind die Nahrungsmittelindustrie und die Stahlindustrie. Letztere ist eine Exportstütze für das Land.

Jobsuche und Bewerbung

Wer einen Arbeitsplatz in der Slowakei sucht, sollte zuerst in Deutschland recherchieren. Die Adressen von deutschen Firmen, die in der Slowakei vertreten sind, findet man in einem Verzeichnis, das die Deutsch-Slowakische Auslandshandelskammer herausgibt (Preis 55 Euro). Stellenanzeigen von deutschen Firmen stehen zumeist auch in den einschlägigen deutschen Zeitungen. Die Bewerbungen auf diese Anzeigen sollten nach dem in Deutschland üblichen Muster erfolgen. Wer sich in der Slowakei direkt bewirbt, sollte unbedingt ausführen, was ihn in dieses Land zieht und warum er gerade diese Stelle für geeignet hält. Ein chronologisch oder antichronologisch verfasster Lebenslauf gehört ebenso dazu wie Nachweise über Abschlüsse oder gegebenenfalls ein Foto. Im Lebenslauf sollte man die die Berufserfahrungen durchaus etwas stärker herausstellen. Natürlich ist, wie bei allen Auslandstätigkeiten das Sprechen der Landessprache erforderlich, auch wenn man in ausländischen Unternehmen mit Englisch gut zurechtkommt.

Aufenthalt

Deutsche Staatsangehörige unterliegen in der Slowakei einer Registrierungspflicht, wenn sie sich länger als 3 Monate im Land aufhalten möchten. EU-Staatsangehörige haben einen Anspruch auf (auch längerfristigen) Aufenthalt in der Slowakei. Sie sind verpflichtet, sich innerhalb von 10 Tagen bei dem für ihren Aufenthaltsort zuständigen Amt der Grenz- und Fremdenpolizei registrieren zu lassen. Dazu benötigen sie einen dort erhältlichen Antrag sowie ein gültiges Ausweispapier. Zusätzlich kann ein Nachweis über den Wohnort (z.B. Mietvertrag) verlangt werden.

Sie haben auch die Möglichkeit, eine „Aufenthaltskarte" ausgestellt zu bekommen. Dies ist freiwillig möglich. Die Karte kostet 50 SKK. Der Druck der Karte dauert circa 4 Wochen. EU-Staatsangehörige sind verpflichtet, jederzeit ein gültiges Ausweisdokument bei sich zu tragen und auf Verlangen vorzuzeigen.

Die Slowakei gewährt EU-Bürgern uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Wer sein Geld in der Slowakei verdienen will, braucht also keine Arbeitserlaubnis. Innerhalb von drei Arbeitstagen nach der Einreise in die Slowakische Republik müssen sich EU-Bürger bei der örtlich zuständigen Ausländerpolizeistelle anmelden. Der Aufenthalt wird dannzunächst für ein Jahr gestattet.

 

Deutsche Botschaft in Pressburg (Bratislava):
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Botschaft der Slowakischen Republik in Berlin
Friedrichstraße 60
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Tel: 00421 2 5920 3712
Fax: 00421 2 5920 0748
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Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer:
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