Arbeiten in Slowenien

Ein selbstbewusstes Beitrittsland

Slowenien, das Land zwischen Alpen und Adria ist mit circa 2 Millionen Einwohnern zwar einer der EU-Beitritts-Zwerge, wirtschaftlich aber ein Riese. Das Pro-Kopf Einkommen ist hoch, die Arbeitslosigkeit gering, Inflation und politisches Umfeld stabil. Die EU-Mitgliedschaft sehen viele Slowenen deshalb als Chance, nicht als wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer so erfolgreich ist, braucht keine Subventionen von der EU. Im Gegenteil. Als Mitglied im sogenannten "Club der Reichen" wird Slowenien von Anfang an kräftig an die Kasse der Gemeinschaft einzahlen. Entsprechend selbstbewußt tritt der Neuling auf.

Situation auf dem Arbeitsmarkt

Der Zusammenbruch der ehemaligen jugoslawischen Märkte nach der Unabhängigkeit und der erforderliche Umbau der Wirtschaft in eine funktionierende Marktwirtschaft führte zu Beginn der 90er Jahre zu einer schweren Rezession, aus der sich Slowenien jedoch bereits 1993 lösen konnte. Seither steigt die reale Wirtschaftsleistung kontinuierlich an. In den letzten Jahren hat sich in Slowenien ein bedeutender Strukturwandel hin zum tertiären Sektor vollzog, während die Landwirtschaft und die Industrie an Bedeutung verloren haben.

Heute bietet Slowenien alle Standards eines entwickelten Industrielandes. Die größte Wirtschaftsleistung wird durch den Dienstleistungssektor erbracht, dem die Industrie und die Landwirtschaft folgen. Dabei ist die Produktivität in den meisten Branchen durchaus mit der anderer westeuropäischer Länder, auch der Deutschlands, vergleichbar. Es stehen hochmotivierte und qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung. Die Infrastruktur ist in allen Bereichen gut entwickelt und wird ständig weiter ausgebaut.

Wie in allen entwickelten Industriestaaten gewinnt auch in Slowenien der Dienstleistungssektor immer mehr an Bedeutung. Slowenien hatte bereits früh einen hochentwickelten Dienstleistungssektor. 2002 stellten die Arbeitsplätze in diesem Sektor circa 53 Prozent der gesamten Beschäftigung dar. In diesem Sektor wird rund 65 Prozent der Wirtschaftsleistung erbracht.

Allein im öffentlichen Sektor werden 1/5 des BIP erbracht. Die wichtigsten Teilbereiche stellen neben dem öffentlichen Sektor der Handel und der Tourismus dar. Der Handel ist weit entwickelt, ausländische Investitionen im Drogeriebereich, Lebensmitteleinzelhandel und im Do-it-yourself-Märkte haben hier einen starken Einfluss auf die Entwicklung.

Es fehlt an Arbeitnehmern mit Berufen aus dem Bereich der Bauwirtschaft, wie etwa Maurern, Zimmerern, Dachdeckern, Arbeitnehmern aus dem Gaststättengewerbe und Fremdenverkehr, insbesondere Köchen und Kellnern. Bei den Fachkräften gibt es eine Nachfrage nach Informatikern, Elektrotechnikern und Maschinenbauern wie auch nach Ärzten, Krankenschwestern und Fachlehrern für Fächer wie Mathematik oder Fremdsprachen sowie nach Grundschullehrern. Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen sich auch in der Metall verarbeitenden Industrie.

Jobsuche und Bewerbung

Einer der am weitesten verbreiteten Wege für die Suche nach einer Stelle besteht in der Einschaltung einer Personalvermittlungsagentur. Eine weitere vielversprechende Möglichkeit ist, sich an die deutschen oder österreichischen Firmen zu wenden, die in Slowenien bereits eine Niederlassung haben oder sich dorthin orientieren wollen. Ihre Adressen findet man in den Gelben Seiten oder den Branchenverzeichnissen. Auch das Büro der Delegation der Deutschen Wirtschaft vermittelt Personal - allerdings ist dies mit erheblichen Kosten verbunden.

Stellenanzeigen von deutschen Firmen findet man zumeist auch in den einschlägigen deutschen Zeitungen. Die Bewerbungen auf diese Anzeigen sollten nach dem in Deutschland üblichen Muster erfolgen. Wer sich in Slowenien direkt bewirbt, sollte unbedingt ausführen, was ihn in dieses Land zieht und warum er gerade diese Stelle für geeignet hält. Ein chronologisch oder antichronologisch verfasster Lebenslauf gehört ebenso dazu wie Nachweise über Abschlüsse oder gegebenenfalls ein Foto.

Im Lebenslauf sollte man die die Berufserfahrungen durchaus etwas stärker herausstellen. Natürlich ist, wie bei allen Auslandstätigkeiten das Sprechen der Landessprache erforderlich, allerdings ist fast ein Drittel der Bevölkerung auch des Deutschen mächtig und auch Englisch ist in einigen Unternehmen Arbeitssprache. Eines aber sollte man sich unbedingt merken, Pünktlichkeit und korrektes Auftreten sind das A und O.

Aufenthalt

Am 25. Mai 2006 beendete Slowenien per Kabinettsbeschluss die Anwendung des Gegenseitigkeitsprinzips in Bezug auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Deutsche Staatsangehörige benötigen keine einzeln vor der Einreise nach Slowenien zu beantragende Arbeitserlaubnis für den Zugang zum slowenischen Arbeitsmarkt und sind hinsichtlich ihrer Bewerbung auf freie Stellen in Slowenien gleichberechtigt.

Damit die Entwicklungen auf dem slowenischen Arbeitsmarkt verfolgt werden können, muss die aufzunehmende Arbeit beim slowenischen Arbeitsamt angemeldet werden. Die Anmeldung einer Beschäftigung beim Arbeitsamt wird mittels eines Formblattes vom Arbeitgeber vorgenommen und muss binnen acht Tagen nach Arbeitsantritt erfolgen. Der Anmeldung beizufügen sind die Kopie eines Nachweises, aus der die deutsche Identität hervorgeht, sowie die Kopie des Sozialversicherungsnachweises.

Eine Arbeit muss auf der Grundlage eines zivilrechtlichen Vertrages mindestens einen Tag vor Arbeitsantritt durch ein Unternehmen oder eine natürliche Person angemeldet werden.

Das Arbeitsbuch, ein öffentliches Dokument, wird von jedem in einem Arbeitsverhältnis stehenden Arbeitnehmers benötigt. Ein Arbeitsbuch können deutsche Staatsangehörige aufgrund der bestehenden Arbeitnehmerfreizügigkeit erhalten. Das Arbeitsbuch wird mittels eines entsprechenden Vordrucks beim zuständigen Verwaltungsamt beantragt. Hierzu wird das Original oder eine beglaubigte Kopie des Schulzeugnisses, eine Arbeitserlaubnis und der Reisepass benötigt.

Nach der Einreise darf sich ein EU-Bürger drei Monate in Slowenien aufhalten, innerhalb derer er sich für einen dauerhaften Aufenthalt registrieren lassen muss. Diese melderechtliche und ausländerrechtliche Registrierung geschieht in den Kreisämtern oder den Ämtern der kreisfreien Städte des Wohnortes. Die Ämter sind für die Entscheidung sowohl über zeitlich begrenzte, als auch über unbefristete Aufenthaltsgenehmigungen verantwortlich. Bei Antragstellung werden Gebühren fällig, über deren Höhe die jeweilige Behörde Auskunft geben kann.

Hat ein EU-Bürger fünf Jahre lang ununterbrochen und ordnungsgemäß registriert in Slowenien gelebt, kann er eine zeitlich unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung beantragen.

Das Antragsformular für die Aufenthaltsgenehmigung zwecks Arbeit beinhaltet die folgenden Anlagen:

Deutsche Botschaft in Laibach (Ljubljana):
Prešernova 27
1000 Ljubljana
Postanschrift:
P.P. 1521
1001 Ljubljana
Tel: 00386/(0)1/479 03 00
Tel/Konsularabteilung: 00386/(0)1/479 03 019
Fax: +386/(0)1/425 08 99
Website: http://www.laibach.diplo.de/Vertretung/laibach/de/Startseite.html

Botschaft der Republik Slowenien in Berlin:
Hausvogteiplatz 3-4
10117 Berlin
Tel: 0049 (0)30 206 145 9
Fax: 0049 (0)30 206 145 73
E-Mail: vbn@gov.si
Website: http://www.dkp.gov.si/veleposlanistva/eng/berlin/consular.shtml

Arbeitsamt der Republik Slowenien:
(Zavod Republike Slovenije za zaposlovanje)

Roszna dolina
Cesta IX/6
p.p. 2962
1001 Ljubljana
Tel: 00386 1 47 90 900
Fax: 00386 1 47 90 262
Website: http://www.ess.gov.si/

Ministerium für Arbeit, Familie und Soziales:
(Ministrstvo za delo, druzino in socialne zadeve)

Kotnikova 5
1000 Ljubljana
Tel: 00386 1 369 77 00
Fax: 00386 1 369 78 32
Website: http://www.gov.si/ (ministries)

Deutsch-Slowenische Industrie- und Handelskammer:
Tomšičeva 3
1000 Ljubljana
Tel: 00386-1-252 88 60
Fax: 00386-1-426 47 80
E-Mail: ahk@dihk.si
Website : http://www.dihk.si/

Europäisches Berufsberatungszentrum für Österreich und Slowenien:
Wittelsbacher Straße 57
820022 Rosenheim
Tel.: 08031 202 360
Fax: 08031 202 527
E-mail: Rosenheim.Europaservice@arbeitsagentur.de

Zeitungen:
http://www.delo.si
http://dnevnik.si

Gelbe Seiten:
http://yellow.eunet.si/yellowpage/a/

Personalvermittlungsagenturen:
http://www.pendlpiswanger.si/
http://www.hill-int.si/
http://www.kadis.si/
http://www.profil.si/

 



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