Die Dimension des Umtauschs: Rückfluss von DM-Banknoten und -Münzen

98500 Tonnen DM-Münzen gegen 71500 Tonnen Euro-Münzen

Die Vorbereitungen zur Euro-Bargeldeinführung liefen nicht nur in den Druckereien und Münzprägeanstalten der Euro-Teilnehmerstaaten auf Hochtouren. Auch die Stellen, die das neue Euro-Bargeld verteilen, lagern und in Umlauf geben, standen ein unter enormem Druck. Die Deutsche Bundesbank ging davon aus, dass etwa 98 500 Tonnen D-Mark-Münzen zurückfließen und etwa 71 500 Tonnen Euro-Münzen ausgegeben würden.

Die Bundesbank hatte für das Jahresende 2001 einen Banknotenumlauf in Höhe von etwa 2,8 Milliarden Stück DM-Banknoten im Wert von etwa 280 Milliarden DM erwartet. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Austausch von DM-Banknoten im Jahr 1995 wurde mit einer Rückflussquote von mehr als 95 Prozent zu gerechnet. Schätzungen zufolge befanden sich 30 bis 40 Prozent der DM-Banknoten außerhalb des Bundesgebiets.

Zum Jahresende 1999 befanden sich DM-Banknoten mit folgender Aufteilung im Umlauf:




Im Umlauf befindliche DM-Banknoten
zum Jahresende 1999




5 DM
60 Millionen Stück


10 DM
557 Millionen Stück


20 DM
477 Millionen Stück


50 DM
461 Millionen Stück


100 DM
1 064 Millionen Stück


200 DM
40 Millionen Stück


500 DM
56 Millionen Stück


1 000 DM
93 Millionen Stück


Gesamt
2 808 Millionen Stück

Münzen

Die kursfähigen Münzen von 1 Pfennig bis 1 DM wurden in den Jahren 1948 - 1950 erstmals ausgegeben, die kursfähigen 2-DM- und 5-DM-Münzen im Jahr 1969 und 1975. Diese lange Umlaufdauer und eine reichliche Versorgung mit Münzen haben zu einer starken Aufblähung des rechnerischen Münzumlaufs auf 48,1 Mrd. Stück (ohne Olympia- und Gedenkmünzen) zum Jahresende 1999 geführt; er gliedert sich wie folgt auf:




Im Umlauf befindliche DM-Münzen
zum Jahresende 1999,
ohne Olympia- und Gedenkmünzen




5 DM
885 Millionen Stück


2 DM
1 182 Millionen Stück


1 DM
2 321 Millionen Stück


0,50 DM
2 270 Millionen Stück


0,10 DM
10 686 Millionen Stück


0,05 DM
6 472 Millionen Stück


0,02 DM
7 543 Millionen Stück


0,01 DM
16 718 Millionen Stück


Gesamt
48 077 Millionen Stück

Im Durchschnitt aller Stückelungen wurde mit einer Schwundquote von rund 40 Prozent zu gerechnet. Der erwartete Rückfluss von insgesamt rund 28 Milliarden Stück Münzen entsprach einem Nennwert von rund 9,5 Milliarden DM und einem Gewicht von rund 98 500 Tonnen. Die Auswertung einer empirischen Umfrage hatte ergeben, dass von den 37,5 Millionen Haushalten in Deutschland 9 Millionen Haushalte insgesamt zwischen rund 6 und 10 Milliarden Münzen horteten.

Vier Monate nach der Euro-Bargeldeinführung waren bereits große Teile des DM-Bargeldumlaufs zu den Filialen der Deutschen Bundesbank zurückgeflossen. Ende April 2002 ist der DM Banknotenumlauf auf 4,7 Prozent (12,3 Milliarden DM) und der DM-Münzumlauf auf 47,8 % (7,7 Milliarden DM) des Wertes von Ende 2000 gesunken. Unter Berücksichtigung der geschätzten rund 21 Mrd Stück verloren gegangenen oder in Sammelschatullen gewanderten DM-Münzen ist der noch ausstehende Münzumlauf allerdings deutlich niedriger. Ende April 2002 waren bereits rund 84 Prozent oder 24 Milliarden Stück des erwarteten DM-Münzrückflusses von 28,5 Milliarden Stück bei den Filialen der Deutschen Bundesbank eingezahlt worden.

Der Euro-Bargeldumlauf in Deutschland belief sich Ende April 2002 auf 91,2 Milliarden Euro, der gesamte Bargeldumlauf auf 101,4 Milliarden Euro. Damit erreicht der Bargeldumlauf insgesamt 71,3 Prozent des Standes von Ende 2000. Alle wichtigen Bargeldakteure hatten sich – insbesondere zur Begrenzung des Wechselgeldbedarfs des Handels – im Frontloading und darüber hinaus in den ersten Januartagen vor allem reichlich mit Banknoten kleiner Stückelungen versorgt. So setzten bei den Euro-Banknoten der Stückelungen zu 5, 10 und 20 Euro sowie bei den Euro-Münzen bereits in der zweiten Januar-Woche starke Rückflüsse zur Bundesbank ein. Gegenüber dem bisherigen Höchststand von rund 3 Milliarden Stück Euro-Banknoten am 8. Januar 2002 ermäßigte sich der von der Bundesbank per Ende April erfasste Euro-Banknotenumlauf um rund 0,9 Milliarden Stück oder 30 Prozent. Der Euro-Münzumlauf ging vom bisherigen Höchststand von 12,7 Milliarden Stück am 9. Januar 2002 auf 8,6 Milliarden Stück Ende April 2002 zurück. Parallel zum Rückgang des stückzahlmäßigen Umlaufs bei Euro-Banknoten und –Münzen änderte sich die Verteilung auf die einzelnen Stückelungen. Der wertmäßige Euro Bargeldumlauf erhöhte sich aufgrund von Nettoabflüssen der großen Stückelungen von 78,8 Milliarden Euro am 8. Januar 2002 auf 91,2 Milliarden Euro am 30. April 2002.



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