Was wurde eigentlich aus den DM-Banknoten

Die DM-Scheine wurden in über 800 Teile pro Schein geschreddert

Die Deutsche Bundesbank hatte verschiedene Möglichkeiten untersucht, wie die Schredderäbfälle, die bei der Vernichtung von Banknoten anfallen, sinnvoll genutzt werden können. Denn die Aufgabe der Vernichtung von Geldscheinen stellt sich unabhängig vom Übergang von DM- zu Euro-Banknoten. Das Aussondern verschmutzter und beschädigter Banknoten ist eine Daueraufgabe der Deutschen Bundesbank. Vor der Euro Umstellung entsorgte sie lose oder zu Briketts gepresstes Schreddermaterial im Wesentlichen vor Ort im Rahmen des normalen Hausmülls.

Wegen der hohen Nass- und Reißfestigkeit des Banknotenpapiers kann nur ein Teil in der Papierindustrie wiederverwertet werden. Es gibt aber verschiedene andere Möglichkeiten einer umweltverträglichen und wirtschaftlichen Verwertung der Schredderabfälle, die bei der Vernichtung ausgesonderter Banknoten anfallen. Es handelt sich dabei um jährlich rund 800 Tonnen. Anfang 2002 stieg das Volumen aufgrund des Rückflusses von DM-Banknoten im Rahmen der Einführung des Euro-Bargeldes vorübergehend deutlich an: Der DM-Banknotenumlauf in Höhe von rund 2,8 Milliarden Stück mit einem Gewicht von rund 2800 Tonnen floß zu einem beträchtlichen Teil in den ersten Wochen des Jahres 2002 zurück. Die anfallenden Schredderabfälle hatten in loser Form ein Volumen von rund 34000 Kubikmetern. In Briketts gepresst sind das immerhin noch rund 3.400 Kubikmeter.

Im Rahmen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes gibt es eine ganze Reihe geeigneter Verwertungsverfahren für geschredderte Banknoten. Ein Verfahren ist die sogenannte stoffliche Verwertung, etwa die Verwendung als Rohstoff für Dämmmaterialien, für die Methanolherstellung, die Nutzung in der Ziegelherstellung oder die Verarbeitung zu Hartfaserplatten für den Trockenbau oder als Trägermaterial für Sporthallen- und Laminatböden. Im Laufe verschiedener Pilotprojekte hat sich allerdings gezeigt, dass nicht das Verfahren, sondern der Aufbau einer funktionierenden und kostengünstigen Logistik die eigentliche Herausforderung darstellt.

Mit zunehmender Entfernung von überwiegend zentralen Verwertungsorten wird die stoffliche Verwertung aufgrund hoher Transportkosten unwirtschaftlich. Das – insbesondere bei der Bargeldumstellung – sehr umfangreiche Schreddergut wurde daher energetisch verwertet - also verbrannt. Bevorzugt wurde dabei die Verwertung in thermischen Abfallverwertungsanlagen und der Einsatz als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie.

Für dieses wenig spektakuläre Vorgehen sprachen vor allem zwei Gründe. Zum einen ließen sich die Entsorgungswege durch fast flächendeckend vorhandene Verwertungsanlagen optimieren und die ökonomischen und ökologischen Nachteile langer Transportstrecken vermeiden. Zum anderen standen damit Verwertungskapazitäten zur Verfügung, die insbesondere für die Vernichtung der hohen Volumina im Zuge des DM-Rücklaufs die Entsorgungssicherheit gewährleisten.



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