Mit dem Rauhaardackel nach Großbritannien

Seit 1902 geltende Quarantänebestimmungen wurden im Februar 2000 gelockert

Ich möchte meine Tochter besuchen, die in England als Au-pair arbeitet. Stimmt es, dass ich neuerdings auch meine zwei Rauhaardackel mit auf die Reise nehmen kann? Das würde meiner Tochter viel bedeuten, da sie die Hunde einige Monate nicht gesehen hat und sie sehr an den Tieren hängt.

Tatsächlich wurden in Großbritannien die seit 1902 geltenden Quarantänebestimmungen im Februar 2000 gelockert. Seitdem können Hunde und Katzen aus anderen EU-Staaten einreisen, ohne sich der bisher üblichen sechsmonatigen Tollwutquarantäne unterziehen zu müssen. Das neue "Pet Travel Scheme" (PETS) knüpft aber die direkte Einreisemöglichkeit an eine Reihe sehr strenger Bedingungen. Damit bleibt eine kurzfristig geplante Reise nach Großbritannien in Begleitung Ihrer Hunde weiter unmöglich. Die Reise sollte vielmehr wenigstens sieben Monate im voraus geplant werden.

Das "Pet Travel Scheme" schreibt eine erfolgreiche Tollwutimpfung vor, die mindestens sieben Monate vor der Einreise nach Großbritannien vorgenommen wurde. Um die Identität der Hunde bei der Einreise nachweisen zu können, würde Ihren Dackeln vor der Impfung jeweils ein maschinenlesbarer Mikrochip unter die Haut eingepflanzt. Ungefähr 30 Tage nach der Impfung muss den Tieren eine Blutprobe entnommen werden, die dann durch ein vom britischen Landwirtschaftsministerium zugelassenes Labor getestet wird. In Deutschland ist hierfür das Institut für Virologie in Gießen sowie das Eurovir Hygiene Institut in Luckenwalde zuständig.

Als Nachweis, dass Ihre Hunde die Anforderungen – Mikrochip, Impfung und Bluttest – erfüllen, müssen Sie sich vor Reiseantritt von einem Amtstierarzt eine Tollwutimpfbescheinigung ausstellen lassen. Der ausstellende Tierarzt muss die hierzu vorgesehenen PETS-Bescheinigung benutzen. Weiter müssen sich Ihre Dackel in den letzten 48 Stunden vor der Abreise einer Bandwurm- und Zeckenkur unterziehen. Auch hierüber wird eine PETS-Bescheinigung ausgestellt.

Schließlich müssen Sie vor Reiseantritt eine schriftliche Erklärung unterzeichnen, dass Ihre Hunde in den sechs Monaten vor der Einreise nach Großbritannien nicht in einem Land außerhalb der von PETS zugelassenen Staaten gewesen sind. Solche Formulare erhält man bei den Verkehrsunternehmen, die die Tiere nach Großbritannien befördern.

Die Einreise der Tiere wurde anfangs auf einige wenige Einreisewege beschränkt, doch mittlerweile hat sich die Liste beständig erweitert, die aktuellen Informationen erhalten Sie über das Internet. Sollten Sie über einen Luftweg nach Großbritannien reisen, der noch nicht von dem Pilotprojekt erfasst ist, müssen ihre Hunde zwar unmittelbar nach ihrer Ankunft in eine Quarantänestation, wenn Ihre Rauhaardackel alle anderen Bedingungen der PETS – Regelung erfüllt haben, können sie aber nach wenigen Tagen von Ihnen dort abgeholt werden.

Übrigens: Die Haltung bestimmter Hunderassen ist in Großbritannien verboten. Gemäß dem Dangerous Dogs Act fallen hierunter sowohl Pit Bull Terrier als auch andere Hunde, die in Deutschland als Kampfhunde bezeichnet werden. Solche Tiere sind in Großbritannien unerwünscht. Und sollten Sie mit anderen Haustieren nach Großbritannien reisen wollen, dann bestehen auch weiterhin die strikten Quarantänebestimmungen.

British Embassy Berlin
Wilhelmstraße 70
10117 Berlin
Te.l: 030 20457-0
Fax: 030 20457 594
E-Mail: info@britischebotschaft.de
http://www.britischebotschaft.de/de/

 



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:

Diese Seite empfehlen...