Bundesbank: Preise haben sich seit Euro-Einführung normalisiert

Preistreiber: Friseure, Kinos und Resaurants

Frankfurt/Main (dpa) - Zwei Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung
haben sich die meisten überhöhten Preise wieder normalisiert. Das
geht aus dem im Januar 2004 in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht
der Deutschen Bundesbank hervor. Handel und Dienstleistungsgewerbe
haben demnach die 2002 in einigen Bereichen entstandenen
Preisaufschläge inzwischen abgebaut. Die allgemeine Wertschätzung für
den Euro bei den Verbrauchern wird sich laut Bundesbank angesichts
der niedrigen Teuerungsrate zunehmend verbessern. Das mit der Euro-
Einführung verbundene «Teuro»-Gefühl sei bei aber nach wie vor weit
verbreitet.

In den zwei Jahren seit der Umstellung von der D-Mark auf den Euro
stiegen die Verbraucherpreise laut Bundesbank im Jahresdurchschnitt
um 1,25 Prozent. «Dies war deutlich weniger als in der ersten Hälfte
der neunziger Jahre», lautet das Urteil der Ökonomen. Zu dem Rückgang
hätten vor allem die gesunkenen Preise für Nahrungsmittel und die
moderate Entwicklung der Energiepreise im Jahr 2002 beigetragen. Ohne
die höhere Belastung durch indirekte Steuern wäre die Teuerungsrate
noch geringer ausgefallen.

Laut Statistik hatten sich bei der Euro-Umstellung vor allem
der Friseurbesuch, Kinotickets und Restaurants verteuert. Bei
Gaststätten und Kinos bestehe die Preisüberhöhung noch fort. Genau
diese Bereiche seien von der Konsumzurückhaltung besonders betroffen.
Das Umsatzminus im Gaststättengewerbe habe im zweiten Halbjahr 2002
rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum betragen, Kinos
verbuchten ein Minus von elf Prozent.

«Viele Verbraucher empfanden die Teuerung als sehr viel kräftiger,
als sie in der offiziellen Statistik angezeigt wurde», heißt es in
dem Bericht. Die Umstellung der Preise sei bei weitem nicht immer zu
Ungunsten des Verbrauchers ausgefallen. Bei Zucker liege der neue
dominierende Preis von 0,89 Euro pro Kilo drei Prozent unter dem
alten Preis, bei Filtertüten für 1,49 Euro ebenfalls. Ein großer Teil
der Preisanhebungen Anfang 2002 sei zudem nicht auf den Euro
zurückzuführen, sondern auf andere Faktoren wie das besonders kalte
Winterwetter und höhere Steuern auf Energie, Tabakwaren und
Versicherungen.



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