EU-Gericht bestätigt Strafgeld gegen Knauf

Firma beteuert Unschuld

Der unterfränkische Baustoffhersteller Knauf aus Iphofen muss wegen verbotener Absprachen bei Rigipsplatten ein EU-Bußgeld von 85,8 Millionen Euro zahlen. Die Luxemburger EU- Richter bestätigten eine sechs Jahre alte Entscheidung der EU-Kommission. «85,8 Millionen Euro sind eine Menge Geld (...) und tun natürlich weh», sagte Unternehmenssprecher Jörg Schanow. «Wir müssen uns nun Gedanken über Rechtsmittel machen.»

Bisher sei die Gerichtsentscheidung Knauf noch nicht zugestellt worden. Ein möglicher nächster Rechtsschritt sei der Gang vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Schanow beteuerte erneut, die Firma habe mit europäischen Konkurrenten keine verbotenen Preisabsprachen getroffen.

Das EU-Gericht Erster Instanz erklärte in dem Urteil zugleich auch die Strafgelder gegen den französischen Lafarge-Konzern und die Gyproc Benelux für rechtens. Das Gericht setzte lediglich das Bußgeld gegen die britische BPB von zuvor 138,6 Millionen Euro auf 118,8 Millionen Euro herab, da das Unternehmen mit der EU-Wettbewerbshütern zusammenarbeitete. (Rechtssachen: T-50/03, T-52/03, T-53/03, T-54/03)

Das Kartell der Hersteller lief von 1992 bis 1998. Die Unternehmen hatten gegen die Entscheidung der Kommission in Luxemburg geklagt. Sowohl die Kommission als auch die Unternehmen können nun innerhalb von zwei Monaten beim EuGH Berufung einlegen.

Knauf gilt als einer der führenden Hersteller von Baustoffen in Europa. Das Familienunternehmen hat nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von etwa 5,5 Milliarden Euro erzielt. «In diesem Jahr werden wir die sechs Milliarden knacken, denke ich», sagte Schanow. Zum Gewinn werden grundsätzlich keine Angaben gemacht. Die Firma wurde 1932 im saarländischen Perl an der Mosel von den Brüdern Alfons und Karl Knauf gegründet. Heute ist sie mit gut 22 000 Mitarbeitern an 150 Standorten in über 40 Ländern vertreten.



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