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Europäischer Fischereifonds (EFF) 2007-2013

Förderung von nachhaltiger Fischerei und Aquakulturen

Der Europäische Fischereifonds (EFF) ist das Förderprogramm für die Fischereipolitik der Union. Ziele des EFF sind unter anderem die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im Bereich Fischerei, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der betrieblichen Strukturen und die Entwicklung wirtschaftlich lebensfähiger Unternehmen im Fischereisektor. Außerdem soll der Umweltschutz verbessert werden. Ein wesentliches Ziel ist es, die Überfischung in manchen europäischen Gewässern zu stoppen und damit die Zukunft der Fischerei zu sichern.

Für den Zeitraum von 2007 bis 2013 stehen etwa 3,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Knapp drei Milliarden sind für Gebiete mit einer unterdurchschnittlichen Wirtschaftskraft vorgesehen. Die übrigen Mittel verteilen sich auf die anderen EU-Staaten sowie einen kleinen Anteil, der direkt von der Europäischen Kommission verwaltet wird.

Die Verteilung der Gelder auf einzelne Regionen wird von der Kommission vorgenommen, wobei sie sich an der Methodik der Strukturfonds orientiert. Weiterhin werden die Größe des Fischereisektors, die Zahl der in diesem Wirtschaftsbereich tätigen Personen und den für die Fischerei und ihren Fortbestand notwendigen Anpassungen in den einzelnen Mitgliedstaaten berücksichtigt. Nach dieser Aufteilung verwalten die Mitgliedstaaten die Mittel im Rahmen von Nationalen Strategischen Plänen. Diese müssen von der Europäischen Kommission genehmigt werden.

Der Fischereifonds hat fünf Schwerpunkte, für den Fördermittel bereit stehen:

1. Anpassung des Bestands an Fischerbooten

Viele Fischarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Ziel der Fischereipolitik ist es daher, die Erholung der Bestände zu fördern und darauf zu achten, dass nicht zu viele Fische gefangen werden. Die früher gezahlten Unterstützungen, mit denen Fischer neue Boote kaufen konnten, wurden 2004 komplett abgeschafft. Heute unterstützt die EU das Gegenteil: die Stilllegung von Fischerbooten oder die Einführung sanfter Fischereitechniken. Lediglich junge Fischer, die sich ein erstes gebrauchtes Boot kaufen, können dafür noch Unterstützung erhalten. Auch für die Modernisierung, zum Beispiel Investitionen in mehr Sicherheit, kann es Unterstützung geben.

2. Aquakultur, Binnenfischerei, Verarbeitung und Vermarktung

Die planmäßige Aufzucht von Fischen mit Aquakulturen wird von der EU gefördert. Gerade kleine Unternehmen sollen Unterstützung erhalten. Neben Investitionen in die Ausrüstung ist es auch möglich, Förderung für Vermarktung oder neue Prozesse zu erhalten. Binnenfischer werden aus dem Europäischen Fischereifonds ebenfalls unterstützt. Beihilfen wird es erstmals auch dann geben, wenn die Binnenfischerei eingestellt werden muss. Dies kann angeordnet werden, um bestimmte Fischarten zu erhalten. Auch wenn Boote, die bisher für die Binnenschifferei benutzt wurden, für andere Zwecke eingesetzt werden, kann dies gefördert werden.

3. Vorhaben von allgemeinem Interesse

Der EFF kann Vorhaben unterstützen, die von Vertretern oder Organisationen der Bereiche Fischerei oder Aquakultur durchgeführt werden und zur nachhaltigen Bewirtschaftung beitragen. Darunter fallen zum Beispiel Maßnahmen, mit denen der Bestand an Fischen gesichert wird. Auch Projekte, die zu einer größeren Transparenz der Märkte für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse beitragen, können gefördert werden, ebenso Partnerschaften zwischen Wissenschaftlern und Unternehmen des Fischereisektors.

Förderfähig sind unter anderem Projekte zum Schutz und zur Entwicklung der aquatischen Ressourcen, die Modernisierung von Fischereihäfen und Anlandeplätzen, die Förderung und Entwicklung neuer Märkte für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse sowie Pilotvorhaben zur Verbesserung und Verbreitung von Kenntnissen über den Schutz der Fischereiressourcen.

4. Nachhaltige Entwicklung von Fischereigebieten

Zurückgehende Fischbestände und immer leistungsfähigere Boote führen zu Problemen für den gesamten Sektor. Gerade Gebiete, in denen die Fischerei eine große Rolle spielt, bekommen das zu spüren. Die Einnahmen sinken und die Arbeitslosigkeit steigt. Ein Anliegen des Fischereifonds ist es daher, die Abhängigkeit dieser Regionen von der Fischerei zu verringern. Dafür können Umstrukturierungsmaßnahmen finanziell unterstützt werden. Dabei soll besonders auf die Belange von Frauen Rücksicht genommen werden.

5. Technische Hilfe, um die Bereitstellung der Fördermittel zu erleichtern

Ein kleiner Prozentsatz der EFF-Mittel ist für Verwaltung und technische Hilfe im Rahmen des Fonds vorgesehen. Diese Mittel werden direkt von der Europäischen Kommission verwaltet. Sie werden hauptsächlich für Studien und Berichte, Informations- und Werbekampagnen sowie Vernetzungstätigkeiten verwendet.

 

Ansprechpartner bei der Europäischen Kommission

Europäische Kommission
Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei
Referat Information und Kommunikation
B-1049 Brüssel
Fax +32 2 299 30 40

Weitere Informationen zur Fischereipolitik auf der Website der Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei


Ansprechpartner in Deutschland

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Dr. Gerd Conrad
Rochusstraße 1
D- 53123 Bonn
Tel: + 49-228-99529-4227
Fax: + 49-228-99529-4410
E-Mail: 621@bmelv.bund.de

 

 

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