Lernmöbilität: Überall in Europa leben und lernen

Lernerfahrungen in Europa und weltweit - Förderung von Auslandsaufenthalten für junge Menschen und Bildungspersonal

Erasmus+-Programm für die Lernmobilität von Einzelpersonen (Leitaktion 1)
 
Studieren in Italien, ein Praktikum in Frankreich absolvieren, in einer Schule in den Niederlanden unterrichten oder einen Freiwilligendienst in Luxemburg leisten - dies ist möglich mit Erasmus+. Dieses EU-Programm setzt sich in ihrer ersten Leitaktion zum Ziel grenzüberschreitende Lernerfahrungen zu ermöglichen, die den Horizont erweitern und Kompetenzen stärken. Solche durch Erasmus+ geförderte Auslandaufenthalte sind im Rahmen der Schul- und Hochschulbildung, der Aus- und Weiterbildung, Praktika, des Europäischen Freiwilligendienstes und Jugendaustausch möglich.
 
Für Studierende: Studien- und Praktikumsaufenthalte weltweit
 

Studentinnen und Studenten können über Erasmus+ 3 bis 12 Monate lang an einer Universität im Ausland studieren. Alternativ können sie auch 2 bis 12 Monate lang ein Arbeitspraktikum in einem anderen Land absolvieren. Der Studien- oder Praktikumsaufenthalt im Ausland kann in einem beliebigen Bereich und in einem beliebigen Fach auf Bachelor-, Master- oder Doktorebene erfolgen. Es ist auch möglich einen Studienaufenthalt mit einem Praktikum im Ausland zu verbinden. Hochschulabsolventen haben die Möglichkeit innerhalb eines Jahres nach ihrem Abschluss ein Praktikum im Ausland über Erasmus+ fördern zu lassen. Hierzu müssen sie von ihrer Universität oder Hochschule in ihrem letzten Studienjahr ausgewählt werden.

Erasmus+ fördert Studienaufenthalte nicht nur in Europa, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Die Unterstützung durch Erasmus+ für ein Studium in Europa steht auch Studierenden aus nichteuropäischen Ländern offen.
 
Das Programm bietet jetzt auch kostengünstige Darlehen mit vorteilhaften Rückzahlungsbedingungen für Master-Studierende, die in einem anderen europäischen Land studieren möchten. Studierende können sich um ein solches Darlehen für einen Master-Abschluss im Ausland bewerben. Sie können einen Kredit von bis zu 12.

Für Auszubildende: Praktika und Ausbildungen im Ausland

Berufsschülerinnen und Berufsschüler, die ihre Kenntnisse im Ausland erweitern möchten, können über Erasmus+ Praktika oder Ausbildungen in einem anderen europäischen Land absolvieren. Diese Praktika oder Ausbildungen werden von einem Unternehmen, einem Arbeitsplatz (etwa eine Nichtregierungsorganisation oder Behörden) oder einer Berufsschule angeboten. Dabei ist eine Phase praktischen Lernens in einem Unternehmen vorgesehen. Praktika werden für einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu einem Jahr gefördert. Mithilfe solcher Auslandserfahrungen in beruflichen Bildungsprogrammen (Vocational Education and Training - VET) können jungen Menschen ihre berufliche Entwicklung vorantreiben, indem sie sich die erforderlichen Fähigkeiten für den wettbewerbsstarken Arbeitsmarkt aneignen. 

Für alle jungen Menschen: Freiwilliges Engagement und Jugendaustausch im Ausland

Junge Leute können am Europäischen Freiwilligendienst (EFD) oder an einem grenzüberschreitenden Jugendaustausch teilnehmen. Im Rahmen des EFD und Jugendaustausch können junge Menschen wichtige Fähigkeiten für die persönliche und berufliche Entwicklung erlernen: etwa in den Bereichen Projektmanagement und Teamarbeit. Im Rahmen des Jugendaustausch können junge Menschen außerhalb des Schulumfelds in einem bis zu 21 Tage dauernden strukturierten Programm an diversen Aktivitäten wie Workshops, Debatten und Rollenspielen in Ausland teilnehmen. Der EFD ermöglicht jungen Leuten einen Einblick in die alltägliche Arbeit von gemeinnützigen Organisationen etwa in den Bereichen Sozialdienst, Umwelt und Kultur zu gewinnen. Der EFD kann ihnen Selbstvertrauen zur Eigenständigkeit schenken und sie motivieren sich zivilgesellschaftlich zu engagieren. Der EFD dauert bis zu einem Jahr und kann innerhalb sowie außerhalb der EU absolviert werden. Am Jugendaustausch können junge Menschen im Alter von 13 bis 30 Jahren teilnehmen, am EFD im Alter von 17 bis 30 Jahren. 

Für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte im Bildungsbereich: Austausch, Partnerschaften und Weiterbildung in Europa

Alle Schulen- Vorschulen, Grund- und weiterführende Schulen können am Erasmus+ -Programm teilnehmen. Über dieses Programm können Auslandaufenthalte von Schulpersonal und Beschäftigten im Bildungsbereich zur beruflichen Weiterbildung gefördert werden. Darüber hinaus unterstützt das Programm den Aufbau strategischer Partnerschaften von Schulen: Dies sind zum einen grenzüberschreitende Schulpartnerschaften und zum anderen Verbindungen zu außerschulischen Partnern wie Jugendorganisationen oder Universitäten, die dem Austausch zu bewährter Bildungspraxis oder der Unterstützung von Innovation dienen. Schülergruppen sowie ganze Klassen können über Erasmus+ Partnerschulen besuchen. Einzelne Schülerinnen und Schüler können auch eine längere Zeit an einer Schule im Ausland verbringen.
 
Um Anregungen oder einen Partner zu finden können sich Schulen an folgende Erasmus+-Onlineplattformen wenden: eTwinning,  School Education Gateway, Ergebnisplattform für Erasmus+-Projekte. Weiterhin gibt es nationale Erasmus+- Agenturen, die für die Umsetzung des Programm in ihren Ländern zuständig sind. Sie bieten auch Informationsveranstaltungen, Unterstützung und Ratschläge für Interessenten an. Die Kontaktstellen in Deutschland finden Sie hier

Für Beschäftigten in der Kinder- und Jugendarbeit: Unterrichten und weiterbilden im Ausland

Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit aus Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Einrichtungen für berufliche Bildung (VET) und für Erwachsenenbildung sowie aus Kinder- und Jugendorganisationen können über Erasmus+ im Ausland unterrichten und an Weiterbildungen teilnehmen. Solche Weiterbildungen enthalten strukturierte Kurse, eine Sprachausbildung mit beruflichem Schwerpunkt, Schulungsveranstaltungen und Hospitationen. Diese Weiterbildungsmöglichkeiten dienen den Beschäftigten in der Kinder- und Jugendarbeit zur Erweiterung ihrer Kenntnisse und Entwicklung neuer Ideen, die sie in ihrer Heimat umsetzen können. Schließlich können sie mithilfe dieser Bildungsaufenthalte im Ausland ihre Netzwerke ausbauen und dazu beitragen, dass die Bildungs- und Ausbildungssysteme in Europa moderner und internationaler werden. Die Weiterbildungsmaßnahmen dauern zwischen zwei Tagen und zwei Monaten. Die Bewerbung erfolgt über die Bildungseinrichtung oder Einrichtung der Kinder-und Jugendhilfe, in der sie arbeiten. Beschäftigte von Unternehmen oder Hochschulen müssen von der Hochschule eingeladen werden, an der sie lehren möchten. 

Außerdem gibt es die Möglichkeit sich mit anderen Lehrerinnen und Lehrern oder Ausbilderinnen und Ausbildern der Erwachsenenbildung online auszutauschen und Netzwerke aufzubauen. Dies ist möglich durch die Online-Plattformen eTwinning (für Lehrkräfte) und EPALE (für Ausbilderinnen und Ausbilder der Erwachsenenbildung). 

Organisationen aus dem Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Kinder- und Jugendhilfe sowie Hochschulen und Unternehmen: Entsendung von Lernenden und Lehrenden

Organisationen der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Kinder- und Jugendhilfe sowie Hochschulen und Unternehmen können Lernende und Mitarbeiter entsenden oder aufnehmen. Weiterhin können sie mit Erasmus+ Lehr-, Aus- und Weiterbildungs- oder Freiwilligentätigkeiten organisieren. Hochschulen und Unternehmen werden durch Erasmus+ unterstützt für Initiativen der Zusammenarbeit, die die Stärkung des unternehmerischen Potenzials der Mitarbeitenden und Studierenden zum Ziel haben. Diese geförderten Initiativen sollen sie dabei unterstützen, besser für die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes gewappnet zu sein.



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