Kultur

Vielfalt prägt Europa

Der Vertrag über die Europäische Union stellt die kulturelle Zusammenarbeit innerhalb der EU auf eine feste vertragliche Grundlage und verleiht der Union eigene Handlungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Die strikte Beachtung des Subsidiaritätsprinzips (Subsidiarität) sichert dabei die Wahrung der nationalen Vielfalt und schließt jede Vereinheitlichung aus.

Die Verantwortung für die Kulturpolitik bleibt bei den einzelnen Mitgliedstaaten, ihren Regionen und Kommunen. Die Europäische Union erhält eine ergänzende und unterstützende Aufgabe. Ziele der EU sind dabei:

Diesen Zielen dient eine Reihe von Maßnahmen, bei denen die EU mit den Mitgliedstaaten partnerschaftlich zusammenarbeitet.

Auftrag zur Kulturförderung
Europa ist mehr als Binnenmarkt und gemeinsame Währung. Zum Zusammengehörigkeitsgefühl und zum "Selbstbewusstsein" der Europäer trägt die Kultur ebenso viel bei. Kulturpolitik ist Sache der Mitgliedstaaten, aber nicht nur: Auch die Gemeinschaft hat einen Auftrag zur Kulturförderung (Art. 167 AEUV). Die Gemeinschaft soll die nationale Kulturpolitik der einzelnen Mitgliedstaaten ergänzen, sie darf sie nicht bestimmen oder gar ersetzen; die kulturelle Vielfalt in Europa muss erhalten bleiben.

Viele Entscheidungen in anderen Politikbereichen wirken sich auf die Kultur aus. Die Gemeinschaft muss deshalb kulturelle Belange bei der Gestaltung ihrer Politik stets berücksichtigen.
Einige Beispiele:

Kulturhauptstadt Europas
Unter deutscher Präsidentschaft wurde das Auswahlverfahrenfür die Kulturstadt Europas in ein gemeinschaftliches umgewandelt und gleichzeitig in Kulturhauptstadt Europas umbenannt.

Das Vergabeverfahren läuft hierbei folgendermaßen ab: Eine internationale, unabhängige, 7-köpfige Expertenkommission begutachtet die Kandidaturen, die von der Kommission jährlich neu zusammengestellt werden. Für diese Jury werden zwei Mitglieder vom Europäischen Parlament, zwei vom Rat, zwei von der Kommission und ein Mitglied vom Ausschuss der Regionen (AdR) benannt. Die Jury gibt eine an das Europäischen Parlament, den Rat und die Kommission zu richtende Empfehlung ab. Das Europäischen Parlament kann innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Erhalt dieses Berichtes über die Bewerbung eine Stellungnahme abgeben. Anschließend legt die Kommission dem Rat ihre Empfehlung vor. Die Nominierung durch den Rat soll möglichst vier Jahre vor dem Ereignis erfolgen.

Der Titel 'Kulturhauptstadt Europa' wird jährlich an zwei Städte der Europäischen Union vergeben. Für die jeweiligen Städte bedeutet der Titel eine große öffentliche Aufmerksamkeit und natürlich zahlreiche europäische Besucher. Aktuell ist mit Essen / Ruhrgebiet eine deutsche Stadt zur Kulturhauptstadt Europas ernannt worden.

 

Liste der Kulturhauptstädte Europas
  
2002:Brügge (Belgien), Salamanca (Spanien)
2003:Graz (Österreich)
2004:Genua (Italien), Lille (Frankreich)
2005:Cork (Irland)
2006:Patras (Griechenand)
2007:Luxemburg (Luxemburg), Sibiu (Rumänien)
2008:Liverpool (Vereinigtes Königreich), Stavanger (Norwegen)
2009:Linz (Österreich), Vilnius (Litauen)
2010:Essen (Deutschland), Pécs (Ungarn), Istanbul (Türkei)
2011:Turku (Finnland), Tallinn (Estland)
2012:Guimarães (Portugal), Maribor (Slowenien)
2013:Košice (Slowakei), Marseille (Frankreich)
2014:Umeå (Schweden), Schweden (Lettland)
2015:Mons (Belgien) und eine Stadt aus einem Beitrittsland
2016:eine Stadt in Spanien und eine Stadt aus einem Beitrittsland
2017:eine Stadt in Dänemark und eine Stadt aus einem Beitrittsland
2018:eine Stadt in den Niederlande und eine Stadt auf Malta




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