Finnland - Suomi

Erstes Land in Europa, das das Frauenwahlrecht einführte

Finnland in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 305.000 Quadratkilometer
Einwohner: 5,2 Millionen
Erwerbsquote: 77,2 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 9,0 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 29.107 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 143,3 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 24.530 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 1,5 Prozent
Inflationsrate (2003): 1,3 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): + 4,2 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 42,7 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 14
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 7
Finnland ist seit 1995 EU-Mitgliedsstaat.


Politik
Finnland ist eine Republik mit einem präsidialen System. Das Parlament und der Staatspräsident üben gemeinsam die gesetzgebende Gewalt aus. Die 200 Abgeordneten des Parlaments - Eduskunta - werden alle vier Jahre nach dem Verhältniswahlprinzip direkt vom Volk gewählt.

Als erstes Land Europas führte Finnland 1906 das Frauenwahlrecht ein. Gewählt werden darf heute ab dem 18. Lebensjahr.

Der Staatspräsident spielt eine sehr wichtige Rolle: Er übt die oberste Exekutivgewalt aus und besitzt darüber hinaus umfassende Machtbefugnisse. So hat der Staatspräsident das Recht, das Parlament auch während einer Legislaturperiode aufzulösen und sein Veto gegen Gesetzesentwürfe einzulegen. Im alltäglichen politischen Geschäft spielt allerdings die Regierung die führende Rolle. Weiterhin ernennt der Präsident die Regierung und beruft sie auf Vorschlag des Premierministers oder im Falle eines Mißtrauensvotums im Parlament ab. Er hat maßgeblichen Einfluß auf die Außenpolitik und ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er wird für sechs Jahre direkt von den Bürgern gewählt und darf nur einmal wiedergewählt werden.

In Finnland bestehen für die Verwaltung der Regionen zwei Ebenen: Die sechs Provinzen verstehen sich als die regionalen Gebietskörperschaften der Zentralverwaltung, und die 19 Regionen sind als Gebietskörperschaften der Kommunen konzipiert. Die kommunale Selbstverwaltung wird in der finnischen Verfassung garantiert.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Helsinki.

Wirtschaft
Im äußersten Norden Europas gelegen, mußten sich die Finnen ihr Auskommen immer unter schwierigen Bedingungen suchen. Ihre wichtigste Existenzgrundlage waren immer die Wälder. Wo man früher Teer und Holz für den Schiffbau gewann, wird heute Zellulose und Papier hergestellt. Wegen der reichen Waldbestände und der guten Holzqualitäten ist Finnland nach Kanada der zweitgrößte Exporteur von Pappe und Papier.

Das zweite Standbein der finnischen Wirtschaft ist die Metallindustrie, die sich aus der jahrhundertelangen Tradition der Eisenhütten entwickelt hat. Sie ist der größte Industriezweig Finnlands, der mehr als 40 Prozent des finnischen Exports ausmacht. Doch auch in Finnland sind die Dienstleistungen auf dem Vormarsch. Rund 60 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts wurden 1996 bereits im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Weitere zukunftsträchtige Wirtschaftsbereiche sind die Hochtechnologie und die Telekommunikation. Finnland hat eines der weltweit dichtesten Telefonnetze.

Finnlands Wirtschaft ist eng mit den anderen europäischen Ländern vernetzt. 1995 exportierte Finnland rund 60 Porzent seiner Erzeugnisse in Länder der Europäischen Union. Zunehmend gewinnt auch der Handel mit der Russischen Föderation wieder an Bedeutung.

Geographie
Finnland gehört zu den wenigen Ländern der Erde, die immer größer werden. Wegen der stetigen Hebung seit Ende der letzten Eiszeit vergrößert sich die Gesamtfläche des Landes um rund 7 km²/Jahr. Derzeit beträgt die Gesamtfläche des Landes 337.030km².

Im Nordwesten grenzt Finnland an Schweden, im Norden an Norwegen, im Süden und Südwesten an die Ostsee. Es hat als einziges Land der Europäischen Union auf einer Länge von 1.269 km im Osten eine gemeinsame Grenze mit der Russischen Föderation.

Finnland ist das Land der Wälder und der Seen: 65 Prozent der finnischen Flächen sind von Wald bedeckt, und mit 188.000 Seen - die "Augen der finnischen Landschaft" - ist Finnland eines der seenreichsten Länder der Erde. Der höchste Gipfel Finnlands ist der Haltitunturi (1.328 m).

Ein Viertel der finnischen Landesfläche liegt nördlich des Polarkreises, so daß das Klima des Landes ziemlich rauh ist; der Winter ist die beherrschende Jahreszeit. Im nördlichen Lappland dauert die sonnenlose Zeit ganze 52 Tage.

Im Süden des Landes konzentrieren sich um Helsinki herum Handel, Gewerbe und Industrie. Mittel- und Ostfinnland ist das Land der 1 000 Seen, Österbottnien ist eine flache Ebene und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Ostfinnland hat eine rauhe Landschaft und ist nur dünn besiedelt, wie auch Lappland, das nördlich des Polarkreises liegt und insbesondere durch die Mitternachtssonne bekannt ist.

Bevölkerung
Finnland hat rund 5 Millionen Einwohner und eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 17 Einwohnern/km². Damit ist es nach Island und Norwegen der am dünnsten besiedelte Staat Europas. Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig auf das Staatsgebiet verteilt. Rund 60 % der Bevölkerung leben in Städten, in Helsinki allein wohnen 500.000 Menschen, während sich in der kalten Provinz Lappland nur zwei Menschen einen Quadratkilometer teilen müssen.

Ureinwohner Finnlands sind die Lappen - Samen. 6.000 von ihnen leben derzeit in Finnland und sind als Minderheit mit eigener Sprache anerkannt. Sie siedeln seit über 7.000 Jahren nördlich des Polarkreises. In den 60er Jahren wanderten viele Finnen aus ländlichen Gebieten nach Schweden ab. Die meisten Einwanderer wiederum stammen aus anderen europäischen Ländern.

Die größte Glaubensgemeinschaft ist die evangelisch-lutherische Kirche, der 88 Prozent der Bevölkerung angehören.

Amtssprachen sind Finnisch und Schwedisch, das von rund 6 Prozent der finnischen Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird. Der offizielle Status des Schwedischen hat historische Wurzeln: Vom 13.-19. Jahrhundert war Finnland Teil des schwedischen Königreichs.



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