Frankreich - France

Der Präsident ist die Zentralfigur der fünften Französischen Republik

Frankreich in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 544.000 Quadratkilometer
Einwohner: 59,6 Millionen
Erwerbsquote: 69 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 9,4 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 27.017 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 1.547,6 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 25.120 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 0,1 Prozent
Inflationsrate (2003): 2,2 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): - 3,1 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 59,0 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 78
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 29
Frankreich ist seit 1957 EU-Mitgliedstaat.


Politik
Der Präsident ist die Zentralfigur der fünften Französischen Republik, die mit der Verabschiedung der Verfassung von 1958 begann. Er wird unmittelbar vom Volk auf sieben Jahre gewählt, ist während dieser Zeit nicht absetzbar und dem Parlament nicht verantwortlich. Zusammen mit dem von ihm ernannten Premierminister übernimmt er die politische Führung des Landes, hat den Vorsitz im Ministerrat und kann sein Veto gegen Gesetzentwürfe einlegen.

Das Parlament besteht aus zwei Kammern: der Nationalversammlung und dem Senat als Vertretung der Gebietskörperschaften (Départements). Die 577 Abgeordneten der Nationalversammlung werden in direkter Wahl für fünf Jahre gewählt. Die 321 Senatoren werden von einem Wahlmännergremium gewählt, das sich aus Abgeordneten, Mitgliedern der Regional- und Generalräte sowie Vertretern der Stadt- und Gemeinderäte zusammensetzt. Gesetze können nur bei Übereinstimmung beider Kammern verabschiedet werden. Neben der Verabschiedung von Gesetzen ist es Aufgabe des Senats, die Gemeinden, Départements und Regionen zu vertreten.

Frankreich ist seit Jahrhunderten ein zentralistischer Staat. Die Politik wird von Paris aus gelenkt. Seit Beginn der 80er Jahre unternimmt Frankreich Anstrengungen zur Dezentralisierung des Landes. Verstärkt wurden Aufgaben an untere Behörden abgegeben, so daß heute auch die Regionen, Départements und Gemeinden eigene Aufgabenbereiche haben.

Frankreich hat 26 Regionen, von denen vier in Übersee liegen (Martinique, Guadeloupe, Französisch-Guyana und Réunion). Hinzu kommen zwei territoriale Körperschaften. Die nächste Ebene bilden die 96 Départements.

Wirtschaft
Gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt - BIP - ist Frankreich die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Seine internationale Spitzenstellung verdankt das Land sowohl seinen starken Industrien als auch seiner Position als größter westeuropäischer Produzent landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Die wichtigsten Industriezweige sind Hoch- und Tiefbau, Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, Chemie-, Gummi- und Kunststoffindustrie, Pharmaindustrie, Automobilindustrie, Metall- und metallverarbeitende Industrie, Post und Telekommunikation sowie Verkehrswesen.

Bis heute spielt die Landwirtschaft für die französische Wirtschaft eine wichtige Rolle: Rund 23 % der gesamten EU-Produktion stammen aus Frankreich, und 55 % der Staatsfläche Frankreichs sind landwirtschaftlich genutzt. Die Haupterzeugnisse sind Zuckerrüben, Wein, Milch, Rindfleisch, Getreide und Ölsaaten. Nach Italien ist Frankreich der zweitgrößte Weinproduzent der Welt.

In der Verteilung der wirtschaftlichen Gesamtleistung auf die Regionen Frankreichs spiegelt sich der Zentralismus des Landes wider: Rund 28,7 % des Bruttoinlandsprodukts werden in der Region Île-de-France, also in Paris und seiner Umgebung, erwirtschaftet.

Frankreichs Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut: Sein Straßennetz ist das dichteste der Welt und das längste der europäischen Union. Seit 1981 verbindet der Hochgeschwindigkeitszug TGV Paris und Lyon in zwei Stunden; seitdem kommen immer weitere Verbindungen auch in die europäischen Nachbarländer hinzu.

Der Staat spielt in der französischen Wirtschaft traditionell eine herausragende Rolle. Er ist nicht nur der größte Produzent und der größte Kunde, sondern auch der größte Arbeitgeber. Heute bekennt sich Frankreich eindeutig zur liberalen Wirtschaft. In mehreren Privatisierungswellen wurden inzwischen viele der ehemaligen Staatsunternehmen in private Hände übergeben.

Geographie
Da sein Staatsgebiet ein Sechseck bildet, wird Frankreich auch das "Hexagon" genannt. Es hat eine Fläche von 550.000 km² und ist damit das flächenmäßig größte Land Westeuropas. Seine Nachbarn sind Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Andorra und Spanien.

Frankreich ist das perfekte Urlaubsland für Strandliebhaber: Es liegt gleichzeitig an der Nordsee, dem Ärmelkanal, dem Atlantik und dem Mittelmeer. Insgesamt ist die französische Küste 5.500 km lang. Nach den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich verfügt deshalb Frankreich auch über das drittgrößte Seengebiet der Welt, in dem es das Recht auf die Nutzung der Bodenschätze und der biologischen und pflanzlichen Ressourcen hat.

Frankreich ist auch reich an Gebirgen: Die Pyrenäen, der Jura, die Ardennen, das Zentralmassiv, die Vogesen und die Alpen machen insgesamt ein Drittel der Gesamtfläche des Landes aus. In den französischen Alpen steht der höchste Berg Europas, der Mont Blanc (4.807 m).

Loire, Seine, Garonne und Rhône sind die größten französischen Flüsse.

Bevölkerung
In Frankreich leben 59,6 Millionen Menschen. Mit 110 Einwohnern/km² ist das Land im Vergleich zu anderen europäischen Staaten eher schwach besiedelt. Die Bevölkerung ist räumlich sehr unterschiedlich verteilt. So leben allein in der französischen Hauptstadt und Metropole Paris etwa 8 Millionen Menschen, das sind 14 Prozent der gesamten Bevölkerung. Ein weiterer wichtiger Ballungsraum ist die südliche Hafenstadt Marseille mit ihrer Umgebung. Aus den entfernt liegenden ländlichen Gegenden Frankreichs hingegen wandern immer mehr Menschen in die Städte ab.

3,5 Millionen der in Frankreich lebenden Menschen sind Ausländer, von denen 1,4 Millionen aus der Europäischen Union kommen. Insgesamt stellen die Portugiesen den größten Anteil, gefolgt von Algeriern und Marokkanern.

Frankreich ist ein laizistischer Staat. Alle religiösen Konfessionen sind vertreten. 81,4 Prozent der Bevölkerung sind katholisch.

Amtssprache ist Französisch.



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