Italien - Italia

Großes Wohlstandgefülle zwischen Nord und Süd

Italien in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 301.000 Quadratkilometer
Einwohner: 57,3 Millionen
Erwerbsquote: 61,0 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 8,7 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 20.058 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 1301,1 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 23.890 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 0,1 Prozent
Inflationsrate (2003): 2,2 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): 0,3 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 106,7 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 78
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 29
Italien ist seit 1957 EU-Mitgliedstaat.


Politik
Italien ist eine parlamentarische Demokratie. Die gesetzgebende Gewalt wird vom Parlament ausgeübt. Es besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern, der Abgeordnetenkammer (Camera dei deputati) und dem Senat. Die 630 Abgeordneten und die 315 Senatoren werden für fünf Jahre nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt, wobei 25 Prozent der Sitze nach dem Verhältniswahlrecht besetzt werden. Die Senatoren werden auf regionaler Ebene gewählt. Das Wahlalter beträgt 18 Jahre.

Eine besonders wichtige Rolle spielt der Staatspräsident, der von beiden Kammern und drei Vertretern von jeder Region für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt wird. Er hat das Recht, das Parlament aufzulösen, wenn die Regierung abdankt und eine parlamentarische Mehrheit zur Neugründung nicht gefunden werden kann. Er ernennt den Ministerpräsidenten nach einer Wahl oder nach der Auflösung einer Regierung. Er kann Gesetze verkünden oder aus verfassungsrechtlichen Gründen sein Veto gegen Parlamentsbeschlüsse einlegen.

Der italienische Staat ist in 20 Regionen und 96 Provinzen gegliedert. Fünf Regionen - das Aostatal, Trentino-Südtirol, Sizilien, Sardinien und Friaul-Julisch-Venetien - haben einen historisch bedingten Sonderstatus.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Rom.

Vertretung Italiens in den Organen der Europäischen Union:
- Abgeordnete im Europäischen Parlament : 87
- Mitglieder der Europäischen Kommission : 2
- Mitglieder im Wirtschafts- und Sozialausschuß : 24
- Mitglieder im Ausschuß der Regionen : 24

Wirtschaft
Italien gehört zur Gruppe der führenden Industrienationen der Welt, den G7. Charakteristisch für die Wirtschaft des Landes ist ein großes Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd: Während der südliche Mezzogiorno noch stark von der Landwirtschaft geprägt ist, arbeiten im hochindustrialisierten und dynamischen Norden des Landes 78,2 Prozent. In der Landwirtschaft werden insgesamt nur noch rund 3 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukte Italiens erwirtschaftet; 31 Prozent kamen dagegen aus dem verarbeitenden Gewerbe und 66 Prozent aus dem Dienstleistungssektor.

Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern Italiens zählen Maschinen und Kraftfahrzeuge sowie chemische Erzeugnisse. Weltweit berühmt ist Italien auch für seine Kleidung und Schuhe. Außerdem ist der Fremdenverkehr ein wichtiger Wirtschaftszweig: Jährlich besuchen rund 50 Millionen Touristen das klassische Urlaubsland.

Landeswährung ist die italienische Lira (ITL).

Geographie
Italien hat eine Fläche von 301 287 km². Es besteht aus der Apenninenhalbinsel, die wegen ihrer Form auch der "italienische Stiefel" genannt wird, den großen Inseln Sizilien und Sardinien sowie mehreren kleinen Inseln. Die Alpen bilden im Norden eine natürliche Grenze zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Slowenien. Die selbständige Republik San Marino und der Vatikan sind Enklaven im italienischen Staatsgebiet.

Im Süden Italiens gibt es noch zahlreiche aktive Vulkane: vom Ätna bis zum Vesuv. Die drei wichtigsten Flüsse sind der Po, die Etsch/Adige und der Tiber. Die wichtigsten Großstädte Italiens sind die Hauptstadt Rom, Mailand, Neapel, Turin, Palermo, Genua, Bologna, Florenz und Venedig.

Bevölkerung
In Italien leben rund 57 Millionen Menschen, von denen 94 Prozent zu Hause italienisch sprechen; 3 Millionen sprechen Deutsch, 750 000 sprechen Rätoromanisch, und 200 000 franko-provenzalischen Dialekt. Durchschnittlich wohnen 190 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Die Bevölkerung ist regional unterschiedlich im Land verteilt. Am höchsten ist die Bevölkerungsdichte in Norditalien. Die größte Stadt des Landes ist Rom mit 2,7 Millionen Einwohnern.

Im Land leben 781 000 Ausländer, von denen 150 000 aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, hauptsächlich aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich, stammen. In den letzten Jahren hat auch die Einwanderung aus den Ländern der sogenannten Dritten Welt zugenommen.

Seit jeher hat die katholische Kirche in Italien einen sehr großen Einfluß. Über 90 Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an. Es gibt mehrere kleinere protestantische Gruppen und 25 jüdische Gemeinden.

Die Amtssprache ist Italienisch. Daneben werden Deutsch (in Südtirol), Französisch (im Aostatal), Slowenisch (in Triest und Görz) und Ladinisch (in einigen Tälern Südtirols) gesprochen. Insgesamt werden in Italien zwölf verschiedene Sprachen gesprochen.



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