Luxemburg - Luxembourg - Lëtzebuerg

Gelungener Struktuerwandel: Von der Stahlindustrie zum internationalen Finanzplatz

Luxemburg in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 3.000 Quadratkilometer
Einwohner: 0,4 Millionen
Erwerbsquote: 65,4 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 3,7 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 35.866 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 23,1 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 45.270 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 1,2 Prozent
Inflationsrate (2003): 2,5 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): 2,5 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 5,7 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 6
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 4
Luxemburg ist seit 1957 EU-Mitgliedstaat.


Politik
Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage. Die vollziehende Gewalt liegt beim Großherzog und der Regierung. Der Großherzog verkündet beschlossene Gesetze und ernennt oder entläßt Regierungsmitglieder.

Die gesetzgebende Gewalt hat die Abgeordnetenkammer. Die 60 Abgeordneten in der Chambre des Députés beraten über die eingebrachten Gesetzesvorlagen und stimmen über sie ab. Allerdings kann ein Gesetz erst nach Stellungnahme des Staatsrates endgültig verabschiedet werden. Die Luxemburger Abgeordnetenkammer wird alle fünf Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Seit 1919 besteht für alle Bürger über 18 Jahre Wahlpflicht.

Luxemburg ist verwaltungsmäßig in drei Distrikte eingeteilt: Diekirch, Grevenmacher und Luxemburg, denen die zwölf luxemburgischen Kantone zugeordnet sind. Die Distriktkommissare sind Bindeglieder zwischen den Ministerien in der Hauptstadt Luxemburg und den 118 Gemeinden des Landes.

Hauptstadt und Regierungssitz ist die Stadt Luxemburg.

Vertretung Luxemburgs in den Organen der Europäischen Union:
- Abgeordnete im Europäischen Parlament : 6
- Mitglieder der Europäischen Kommission : 1
- Mitglieder im Wirtschafts- und Sozialausschuß : 6
- Mitglieder im Ausschuß der Regionen : 6

Wirtschaft
Die luxemburgische Wirtschaft hat in den letzten 20 bis 30 Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel erlebt, und zwar vom eisen- und stahlerzeugenden Industrieland zum internationalen Finanzplatz.

Traditioneller Pfeiler der Wirtschaft des Landes ist seit Ende des 19. Jahrhunderts die Eisen- und Stahlindustrie. Mit ihr nahm der wirtschaftliche und soziale Fortschritt in Luxemburg seinen Anfang. Dennoch gibt es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Regierungsinitiativen, um den einseitig geprägten Industriesektor zu diversifizieren.

Der Erfolg: Über 250 neue Unternehmen in der Aluminium- und Glasproduktion, der Reifen- und Tonbandherstellung und der Computerbranche haben sich inzwischen in Luxemburg angesiedelt. Der Anteil der Dienstleistungen ist seit Beginn der 80er Jahre kontinuierlich gewachsen und hat heute einen Anteil von knapp zwei Dritteln am Bruttoinlandsprodukt. Allein die Anzahl der in Luxemburg ansässigen Banken hat sich von 1980 bis 1995 mehr als verdoppelt. Der Anteil der Industrie ist dagegen deutlich von über einem Viertel der Bruttowertschöpfung auf 15 Prozent zurückgegangen.

Heute spielt Luxemburg eine bedeutende Rolle als internationaler Finanzplatz. 1995 zählte die Hauptstadt Luxemburg als Finanzzentrum 7 000 Holdinggesellschaften, rund 900 Investmentfonds und 222 Banken. Nirgendwo sonst in der Europäischen Union gibt es so viele Banken an einem Platz. Auch große Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften haben Filialen in Luxemburg eingerichtet, so daß Luxemburg damit auch in diesem Bereich zu einem der international wichtigsten Zentren geworden ist.

Ein weiterer immer wichtiger werdender Wirtschaftszweig Luxemburgs ist das grenzüberschreitende Fernsehen und die Telekommunikation.

Geographie
Das Großherzogtum Luxemburg umfaßt eine Fläche von 2 586 km² und ist damit flächenmäßig das kleinste Land der Europäischen Union. Seine Nachbarn sind: Belgien im Westen, Frankreich im Süden und Deutschland im Osten. In seiner größten Ausdehnung mißt das Land 82 km von Nord nach Süd und 57 km von Ost nach West.

Luxemburg ist von zwei verschiedenen Landschaften geprägt: Der Ösling, die luxemburgischen Ardennen im Norden des Landes, bedeckt ein Drittel des Landes; das Gutland im Zentrum und Süden Luxemburgs ist von sanft gewellten Hügellandschaften mit Wäldern geprägt und macht 68 Prozent der Landesfläche aus.

Die wichtigsten Flüsse sind Mosel, Our, Alzette und Sauer.

Bevölkerung
Luxemburg hat 412 800 Einwohner, von denen über 90 000 in der Hauptstadt Luxemburg leben. Insgesamt kommen in Luxemburg 148 Einwohner auf einen Quadratkilometer.

Mehr als 27 Prozent der im Großherzogtum lebenden Menschen sind Ausländer. Das ist die höchste Ausländerquote in der gesamten Europäischen Union. Große Ausländergruppen stellen die Portugiesen mit 51 000, die Italiener mit knapp 20 000, die Franzosen mit 15 000, die Belgier mit knapp 12 000 und die Deutschen mit knapp 10 000.

Amtssprachen sind Französisch, Luxemburgisch und Deutsch. Das"Lëtzebuergesch" (Luxemburgisch) ist seit 1984 per Gesetz Nationalsprache. Während Deutsch vorrangig in der Presse und im religiösen Diskurs verwendet wird, ist Französisch die Sprache der Gerichte, der Hochschulen und literarischen Kreise.



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