Portugal

Tiefgreifender Strukturwandel durch Binnenmarkt

Portugal in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 92.000 Quadratkilometer
Einwohner: 10,4 Millionen
Erwerbsquote: 72,1 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 6,4 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 10.704 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 132,9 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 16.830 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): - 0,8 Prozent
Inflationsrate (2003): 3,3 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): - 2,7 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 58,1 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 24
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 12
Portugal ist seit 1986 EU-Mitgliedstaat.


Politik
Portugal ist eine parlamentarische Demokratie. Die Gesetzgebung liegt beim Parlament, das aus nur einer Kammer besteht. Seine Abgeordneten werden nach dem Verhältniswahlrecht für vier Jahre gewählt.

Staatsoberhaupt ist der Präsident der Republik, der ebenfalls für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt wird. Er ernennt den Premierminister, kann das Parlament auflösen und hat diesem gegenüber ein eingeschränktes Vetorecht.

Das Staatsgebiet besteht aus 18 Verwaltungsdistrikten, an deren Spitze jeweils ein von der Regierung ernannter Gouverneur steht. Die Azoren und Madeira sind autonome Gebiete mit einer eigenen direkt und allgemein gewählten Regionalversammlung sowie einer Regionalregierung mit weitreichenden Befugnissen.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Lissabon.

Vertretung Portugals in den Organen der Europäischen Union:
Abgeordnete im Europäischen Parlament : 25
Mitglieder der Europäischen Kommission : 1
Mitglieder im Wirtschafts- und Sozialausschuß : 12
Mitglieder im Ausschuß der Regionen : 12

Wirtschaft
Portugals Wirtschaft hängt stark vom Im- und Export ab. Haupthandelspartner in Europa sind Spanien, das Vereinigte Königreich und Deutschland. Besonders wichtig ist die Textil- und Bekleidungsindustrie. 1994 hatte sie einen Anteil von 28 Prozent am Gesamtexport.

In den Jahren nach dem EG-Beitritt 1986 wies Portugal die höchste Wachstumsrate in Europa auf. Ausländische Investitionen und die Überweisungen von im Ausland lebenden portugiesischen Arbeitnehmern sorgten für einen Konjunkturaufschwung.

Der Binnenmarkt brachte Portugal auch einen tiefgreifenden Strukturwandel. War Portugal einst ein klassisches Agrarland, so ist mittlerweise der Dienstleistungsbereich der wichtigste Wirtschaftszweig. 56 % des Bruttoinlandsprodukts wurden 1994 hier erwirtschaftet, gefolgt von der Industrie mit 39 % des BIP. Der Anteil der Landwirtschaft beträgt immerhin noch 5 Prozent.

Wichtigste Einnahmequelle im Dienstleistungssektor ist mit Abstand der Tourismus: Über 20 Millionen Auslandsgäste besuchen das Land jedes Jahr. Weltweit berühmt ist Portugal auch für seinen Portwein.

Die wichtigsten Handelshäfen des Landes sind Lissabon, Porto und Setúbal.

Landeswährung ist der portugiesische Escudo (PTE).

Geographie
Die Republik Portugal umfaßt den Westteil der Iberischen Halbinsel sowie die Azoren und Madeira im Atlantischen Ozean. Im Norden und Osten grenzt Portugal an Spanien. Die Landfläche beträgt insgesamt 91 906 km², von denen etwa 3 000 km² auf die Azoren und Madeira entfallen.

Portugal ist landschaftlich sehr vielfältig. Der Fluß Tejo bildet die natürliche Grenze zwischen den Tief- und Hochebenen des Südens und dem bergigen Norden, dessen höchste Erhebung der 1 993 m hohe Berg Serra da Estrêla ist. Der höchste Berg Portugals aber liegt auf den Azoren - der Pico mit einer Höhe von 2 351 m.An der portugiesischen Küste entlang wechseln feine Sandstrände mit imposanten Steilküsten. Portugals bedeutendste Flüsse sind der Tagus, der Douro und der Guadiana.

Bevölkerung
Portugal hat 9,8 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 107 Einwohner/km². Abgesehen von Lissabon und Porto ist der Nordwesten am dichtesten besiedelt.

Zwischen 1960 und 1972 wanderten 1,5 Millionen Portugiesen aus. Die meisten verließen das Land aus wirtschaftlichen Gründen, u. a. waren es aber auch viele junge Männer, die ihrem Militärdienst in der Zeit der Unabhängigkeitskriege in den portugiesischen Kolonien entfliehen wollten. Heute leben rund 3 Millionen Portugiesen in aller Welt. Hauptaufnahmeländer innerhalb der Europäischen Union sind Frankreich, Deutschland und Luxemburg.

Gleichzeitig leben in Portugal knapp 115 000 Ausländer, von denen die meisten aus Afrika stammen, gefolgt von Brasilianern, Briten und Spaniern.

90 Prozent aller Portugiesen bekennen sich zur katholischen Kirche.

Amtssprache ist Portugiesisch.



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