Spanien - España

Schutz der Minderheiten als europäische Errungenschaft

Spanien in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 505.000 Quadratkilometer
Einwohner: 40,7 Millionen
Erwerbsquote: 65,8 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 11,3 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 18,673 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 741,2 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 21.200 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 2,3 Prozent
Inflationsrate (2003): 3,1 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): 0,1 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 53,8 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 54
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 27
Spanien ist seit 1986 EU-Mitgliedstaat.


Politik
Spanien ist eine konstitutionelle Monarchie im Rahmen einer parlamentarischen Demokratie. Der König ist zwar Staatsoberhaupt, hat aber hauptsächlich repräsentative Funktionen.

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament, das aus zwei Kammern besteht: dem Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados), dessen 350 Mitglieder in den Provinzen nach dem Verhältniswahlrecht gewählt werden, und dem Senat, dessen 255 Mitglieder ebenfalls in den Provinzen gewählt oder von den autonomen Regionen benannt werden. Gesetzesvorlagen durchlaufen beide Kammern, wobei jedoch dem Abgeordnetenhaus die letzte Entscheidung zukommt.

Parlamentswahlen finden alle vier Jahre statt. Wahlberechtigt sind alle Spanier ab 18 Jahre.

Seit 1983 ist Spanien in 17 autonome Regionen mit eigenen Parlamenten und Exekutivorganen gegliedert: Andalusien, Aragón, Asturien, Balearen, Kanarische Inseln, Kantabrien, Kastilien-León, Kastilien-La Mancha, Katalonien, Estremadura, Galizien, Madrid, Murcia, Navarra, Rioja, Valencia und das Baskenland. Ceuta und Melilla haben einen Sonderstatus.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Madrid.

Vertretung Spaniens in den Organen der Europäischen Union:
- Abgeordnete im Europäischen Parlament : 64
- Mitglieder der Europäischen Kommission : 2
- Mitglieder im Wirtschafts- und Sozialausschuß : 21
- Mitglieder im Ausschuß der Regionen : 21

Wirtschaft
Spanien gehört zu den größten Automobilexporteuren der Welt. Über 40 Prozent des Exports des Landes werden daher auch durch den Maschinen- und Fahrzeugbau abgedeckt. Andere wichtige Industriezweige sind der Schiffbau, die chemische Industrie, Stahl, Textilien und Schuhe. Insgesamt wurden 1994 rund 31 Prozent der wirtschaftlichen Gesamtleistungen vom verarbeitenden Gewerbe erbracht, 65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftete der Dienstleistungssektor.

Immerhin 4 Prozent des BIP wurden von der Landwirtschaft erbracht, die in Spanien nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. 54 Prozent der spanischen Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Zitrusfrüchte, Weintrauben und Oliven. Wein und Olivenöl sind wichtige Ausfuhrprodukte, für die Spanien weltweit bekannt ist. Das Land verfügt außerdem über eine der größten Fischfangflotten der Welt. Mit 13,9 Prozent stellt die Nahrungsmittelindustrie denn auch den zweitgrößten Anteil am Export.

Eine weitere Wachstumsbranche ist der Fremdenverkehr. 1995 besuchten rund 63,3 Millionen Touristen das Land.

Landeswährung ist die spanische Peseta (ESP).

Geographie
Spanien erstreckt sich über einen Großteil der Iberischen Halbinsel, die Balearen im Mittelmeer, die Kanarischen Inseln im Atlantik und die Enklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika. Seine Gesamtfläche beträgt 504 800 km². Spaniens Nachbarn sind im Westen Portugal, im Norden Frankreich und Andorra, und Gibraltar als britische Enklave liegt im Süden der Iberischen Halbinsel.

Insgesamt ist Spaniens Küste 3 144 km lang. Gleichzeitig ist Spanien nach der Schweiz das gebirgigste Land Europas. Die Pyrenäen bilden die Grenze zu Frankreich. Das Innere des Landes ist eine ausgedehnte regenarme Hochebene. Weitere Erhebungen sind das kantabrische Gebirge, das kastilische Scheidegebirge und das Andalusische Gebirge. Der höchste Berg ist der Teide (3 718 m) auf der kanarischen Insel Teneriffa.

Trockenheit und Regen sind in Spanien sehr unterschiedlich verteilt. Das Land birgt sowohl eines der regenreichsten Gebiete Europas (2 400 mm jährlicher Niederschlag an der Atlantikküste) als auch das trockenste Gebiet Westeuropas (300 mm in Alicante).

Der Ebro, mit 910 km der längste Fluß des Landes, mündet ins Mittelmeer.

Bevölkerung
Spanien hat 39,3 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 78 Einwohner/km². Größte Stadt des Landes ist Madrid. Die Stadt ist gleichzeitig das Zentrum einer 5 Millionen Einwohner starken autonomen Region Spaniens. Abgesehen von Madrid konzentriert sich die Bevölkerung im wesentlichen auf die Küstenregionen. Industrialisierung und Verstädterung haben zu einer Entvölkerung des Landesinneren geführt.

Während der 60er und 70er Jahre verließen viele Spanier das Land und gingen nach Frankreich, Deutschland oder Belgien. Heute allerdings hat die Auswanderungswelle längst aufgehört, und eine zunehmende Einwanderung aus Südamerika, Nordafrika oder aus anderen EU-Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Portugal und Deutschland ist zu verzeichnen. Insgesamt leben mehr als 500 000 Ausländer in Spanien.

Der Katholizismus ist die am weitesten verbreitete Religion Spaniens. Daneben gibt es protestantische, moslemische und jüdische Minderheiten.

Amtssprache ist Kastilisch (= Spanisch). In Katalonien, im Baskenland und in Galizien sind ebenfalls Katalanisch, Baskisch und Galizisch Amtssprachen.



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