Dänemark - Danmark

Große Bedeutung des Außenhandels

Dänemark in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 43.000 Quadratkilometer
Einwohner: 5,4 Millionen
Erwerbsquote: 79,9 Prozent
Arbeitslosenquote: 5,6 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 39.842 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 188,7 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 27.330 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 0,8 Prozent
Inflationsrate (2003): 2,0 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): + 2,1 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 45,5 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 14
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 7
Dänemark ist seit 1973 EU-Mitgliedsstaat.


Politik
Das Königreich Dänemark ist eine konstitutionelle Monarchie auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage. Die gesetzgebende Gewalt wird gemeinsam von der Monarchin und dem Parlament - dem Folketing - ausgeübt. Die 179 Mitglieder des Folketing werden in direkter Wahl auf vier Jahre gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren.

Die Königin ernennt - nach Absprache mit den Parteivorsitzenden - den Ministerpräsidenten und die Minister. Sie werden von den Parteien gestellt, die die Mehrheit im Folketing besitzen. Wichtige Regierungsmaßnahmen und Gesetzesvorlagen werden vom Staatsrat - zusammengesetzt aus Königin und Ministern - beraten und vom Folketing verabschiedet.

Ein Volksentscheid ist möglich, wenn ein entsprechender Antrag von mindestens einem Drittel der Abgeordneten unterstützt wird. Auch wenn die Verfassung geändert oder Kompetenzen auf eine internationale Organisation - etwa die Europäische Union - übertragen werden sollen, muß eine Volksabstimmung stattfinden. So gab es beispielsweise über den EU-Beitritt Dänemarks 1972 einen Volksentscheid. Auch in Grönland, das seit 1721 zu Dänemark gehörte, wurde 1979 per Volksentscheid die Selbstverwaltung beschlossen.

Eine besondere Einrichtung sorgt für den direkten Kontakt zwischen den dänischen Bürgern und ihrer Volksvertretung: Beim Ombudsmann des Folketing können jede Bürgerin und jeder Bürger Beschwerde gegen willkürliche Verwaltungsmaßnahmen einlegen.

Dänemark ist in 14 Amtsbezirke und die Hauptstadtbezirke Kopenhagen und Frederiksberg eingeteilt. Diese wiederum untergliedern sich in 273 Kommunen. Die Färöer-Inseln und Grönland sind autonome Gebiete innerhalb des dänischen Königreichs. Sie haben eigene Parlamente und gehören nicht zur Europäischen Union.

Die Hauptstadt und der Regierungssitz des Landes ist Kopenhagen.

Wirtschaft
Es ist lange her, daß die Dänen hauptsächlich vom Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten wie Schinkenspeck oder Fleischkonserven lebten. Heute werden mehr als zwei Drittel des dänischen Bruttoinlandsprodukts im Dienstleistungsbereich erwirtschaftet, und 27 Prozent des BIP kommen aus der Industrie.

Dänemark verfügt nur über wenige Rohstoffe. Der Handel mit anderen Ländern ist deshalb für das Land lebenswichtig. Es gehört zu den Ländern, die pro Einwohner weltweit den größten Außenhandelsumsatz haben.

Der Anteil der Industrieerzeugnisse am dänischen Export beträgt rund 70 Prozent. Doch auch die Landwirtschaft spielt immer noch eine wichtige Rolle als Exporteur und Lieferant von Rohstoffen für den wichtigsten Industriezweig, die Nahrungs- und Genußmittelindustrie. Zu den dänischen Exportschlagern gehören Bier, Unterhaltungselektronik, Spielwaren und Umwelttechnik.

Von zunehmender Bedeutung für die Gesamtwirtschaft sind auch die Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee. Im Bereich der erneuerbaren Energiequellen gibt es ebenfalls eine rege Entwicklung: In Dänemark stehen Tausende von Windkraftanlagen, die in Windkraftparks zusammengefaßt sind.

Als Inselreich betreibt Dänemark eine umfassende Fischerei mit dazugehöriger Fischereiindustrie. Innerhalb der Europäischen Union ist Dänemark das Land mit dem größten Fischereivolumen. Über 90 Prozent des Fangs werden exportiert.

Landeswährung ist die dänische Krone (DKK).

Geographie
Wo in Dänemark man auch immer ist, das Meer ist nie weit. Die dänische Küste ist rund 7 300 km lang und entspricht damit einem Siebtel des Erdumfangs.

Weitaus weniger spektakulär sind Dänemarks Berge: Der höchste Berg in Dänemark liegt gerade rund 171 m über dem Meeresspiegel. Ein weiterer Gipfel wird von den Dänen "Himmelsberg" genannt, obwohl er nur 147 m hoch ist.

Insgesamt umfaßt Dänemark eine Fläche von 44 000 km². Es besteht aus der Halbinsel Jütland, die mit einer 67 km langen Landesgrenze an Norddeutschland anschließt, sowie zahlreichen Inseln - insgesamt sind es 406, von denen rund 90 bewohnt sind. Die größten Inseln sind Seeland, Fünen, Lolland-Falster und Bornholm. Weitere nahe Nachbarn sind Schweden und Norwegen, von denen Dänemark nur durch einen Abstand von 20 km über den Øresund bzw. wenigen hundert Kilometern über das Skagerrak getrennt ist.

Zum Königreich Dänemark - nicht aber zur Europäischen Union - gehören auch die autonomen Gebiete Färöer-Inseln und Grönland.

Bevölkerung
Mit einer Bevölkerungszahl von 5,4 Millionen (ohne Grönland und die Färöer-Inseln) gehört Dänemark eher zu den kleineren Ländern der Europäischen Union. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 120 Einwohner/km². Die meisten Dänen, nämlich ungefähr 70 Prozent, leben in städtischen Gebieten, davon 1 Million in Kopenhagen. In Südjütland lebt eine deutsche Minderheit.

Die größten ausländischen Bevölkerungsgruppen bilden die Asiaten (45 000) und die Türken (34 000). Rund 20 Prozent der 189 000 in Dänemark lebenden Ausländer stammen aus EU-Mitgliedstaaten, vorwiegend aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich.

90 Prozent der Dänen sind Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche.

Die Amtssprache ist Dänisch.



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