Schweden - Sverige

Dienstleistungs- und wissensorientierte Gesellschaft

Schweden in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 411.000 Quadratkilometer
Einwohner: 8,9 Millionen
Erwerbsquote: 78 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 5,6 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 29.135 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 265,6 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 25.340 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): 1,4 Prozent
Inflationsrate (2003): 2,3 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): 1,3 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 52,7 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 19
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 10
Schweden ist seit 1995 EU-Mitgliedstaat.


Politik
Schweden ist eine konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischer Regierungsform. Staatsoberhaupt ist der König, der aber nur noch Repräsentationsaufgaben wahrnimmt. Das Parlament, der Riksdag, besteht aus einer Kammer; es übt die gesetzgebende Gewalt aus und kontrolliert die Regierung. Seine 349 Abgeordneten werden für vier Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Das Wahlalter liegt bei 18 Jahren.

Die exekutive Gewalt liegt bei der Regierung, bestehend aus dem Ministerpräsidenten und den von ihm ernannten Ministern. Der Ministerpräsident wird auf Vorschlag des Reichstagspräsidenten vom Reichstag gewählt.

Für die Durchführung der Gesetze sind etwa 100 relativ selbständige zentrale Verwaltungsbehörden und die 21 Provinzialregierungen zuständig. Jede Provinz hat einen direkt gewählten Provinziallandtag, der ermächtigt ist, Steuern zu erheben, und für die Gesundheitspolitik in der Region zuständig ist.

Schweden hat außerdem 288 Gemeindeverbände, die für viele lokale Aufgaben verantwortlich sind.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Stockholm.

Vertretung Schwedens in den Organen der Europäischen Union:
- Abgeordnete im Europäischen Parlament : 22
- Mitglieder der Europäischen Kommission : 1
- Mitglieder im Wirtschafts- und Sozialausschuß : 12
- Mitglieder im Ausschuß der Regionen : 12

Wirtschaft
Vor 100 Jahren war Schweden ein Agrarstaat. Heute arbeiten weniger als 3 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft. In den letzten Jahrzehnten hat sich Schweden - wie die meisten anderen EU-Staaten auch - schnell zu einer dienstleistungs- und wissensorientierten Gesellschaft gewandelt. Zwischen 1960 und 1994 stieg der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor um fast die Hälfte, während die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe um rund ein Viertel zurückging. Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft wurde in Schweden maßgeblich durch einen starken öffentlichen Sektor hervorgerufen; das wohlhabende Land verfügt über starke Gewerkschaften und mehr Beamte als fast alle anderen Länder des Westens.

Im Export spielt allerdings das verarbeitende Gewerbe die zentrale Rolle. 1994 kam es auf einen Anteil von über 80 Prozent des Gesamtexports an Waren und Dienstleistungen. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind hier die holz- und die metallverarbeitende Industrie.

Schweden ist Sitz zahlreicher multinationaler Unternehmen - nach Schätzungen der Vereinten Nationen waren es 1992 rund 2 700. Besonders in der Industrie spielen wenige Großunternehmen eine herausragende Rolle. 1990 beschäftigten die zehn größten Unternehmen etwa ein Viertel aller schwedischen Arbeitnehmer.

Schweden ist reich an Rohstoffen. So gibt es große Nadelwaldgebiete und beachtliche Vorkommen an Eisenerz, Uran und anderen Mineralien. Die riesigen Wälder bilden die Grundlage einer hochentwickelten Schnittholz-, Zellstoff-, Papier- und Möbelindustrie. Trotz eines hohen Eigenverbrauchs von Holzprodukten werden noch rund 60 Prozent davon exportiert.

Landeswährung ist die schwedische Krone (SEK).

Geographie
Schweden ist mit einer Fläche von 450 000 km² das größte Land Nordeuropas. Schwedens direkte Nachbarn sind Norwegen, Finnland und Dänemark.

Wälder bedecken die Hälfte der Landesflächen, weniger als 10 Prozent sind landwirtschaftliche Nutzfläche. An die 100 000 Seen zieren die relativ flache Landschaft. Eine lange Gebirgskette im Nordwesten erreicht Höhen bis zu 2 111 m (Kebnekaise). Tausende von Inseln sind der zerklüfteten Küste vorgelagert.

Bevölkerung
Von den 8,8 Millionen Einwohnern Schwedens leben 85 % in der südlichen Hälfte des Landes. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 21 Einwohner/km².

Zwischen 1865 und 1930 wanderten 1,4 Millionen Schweden vor allem in die Vereinigten Staaten aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden dann Einwanderungsland. 40 Prozent der Neugeborenen sind heute Kinder von Einwanderern. Die meisten stammen aus anderen nordischen Ländern, aber auch aus dem früheren Jugoslawien, aus Italien, Griechenland und der Türkei. Das Land hat zwei einheimische Minderheiten: die finnischsprachige Minderheit im Nordosten und die lappische Bevölkerung - die Samen -, die aus etwa 15 000 bis 17 000 Personen besteht.

89 Prozent der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Kirche Schwedens an. Der Anteil der Katholiken beträgt lediglich 1,4 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Amtssprache ist Schwedisch; die finnischen und lappischen Minderheiten haben ihre eigene Sprache.



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