Litauen - Lietuva

20 Prozent der Bevölkerung gehören zu Minderheiten

Litauen in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 65.000 Quadratkilometer
Einwohner: 3,1 Millionen
Erwerbsquote: 69,8 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 12,7 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 3.558 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 15,5 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 10.050 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 6,6 Prozent
Inflationsrate (2003): - 1,1 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): - 2,0 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 22,7 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 13
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. Mai 2004): 7
Litauen ist seit dem 1.5.2004 EU-Mitgliedstaat.


Politik und Wirtschaft
Am 11. März 1990 erklärte Litauen seine Unabhängigkeit und löste sich damit von der Sowjetunion. Nach einem Referendum am 25. Oktober 1992 trat die neue Verfassung in Kraft, mit der Litauen zu einer parlamentarischen Demokratie wurde.

Staatsoberhaupt Litauens ist der Präsident, der in direkter Wahl alle fünf Jahre gewählt wird. Neben seinen Repräsentationsaufgaben obliegt ihm auch das Vorschlagsrecht für die Wahl des Premierministers.

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament (Seimas), das aus nur einer Kammer besteht. Es hat umfassende Vollmachten. So kann das Parlament Verfassungsänderungen vornehmen, schlägt Gesetze vor, verabschiedet sie und ernennt auf Vorschlag des Präsidenten den Premierminister und seine Minister. Die 141 Abgeordneten werden direkt in einem kombinierten Verfahren der Mehrheits- und Verhältniswahl für vier Jahre gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren.

Die Regierung ist dem Parlament rechenschaftspflichtig, das der Regierung als Ganzes oder einzelnen Ministern das Mißtrauen aussprechen kann.

Verwaltungsmäßig ist Litauen in zehn Provinzen mit zwölf Großstädten und 44 ländlichen Gebieten aufgeteilt. Städte und Gemeinden verwalten sich in Fragen, die die lokalen Belange betreffen, selbst.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Vilnius.

Die Auflösung der Sowjetunion und der Zusammenbruch der osteuropäischen Märkte führte zu tiefgreifenden Umstrukturierungen der litauischen Wirtschaft. Der Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft machte vor allem dem Industriesektor zu schaffen. Sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von 39,4 Prozent im Jahr 1992 auf nur noch 28 Prozent im Jahr 1996.

Zum wirtschaftlichen Aufschwung hat auch der schnell voranschreitende Privatisierungsprozeß beigetragen. 1996 wurden bereits 70 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts von privaten Unternehmen erwirtschaftet.

Wichtige Industriezweige sind die Textilproduktion, die holzverarbeitende Industrie, die chemische Industrie, die Nahrungsmittelherstellung und der Maschinenbau. Die wichtigsten Exportgüter sind Textilien, Erdölprodukte und Maschinenbauerzeugnisse.

Eine wesentliche Rolle für die litauische Wirtschaft spielt auch die Landwirtschaft. Rund 51 Prozent der Gesamtfläche des Landes werden landwirtschaftlich genutzt, und der Anteil der Landwirtschaft an der wirtschaftlichen Gesamtleistung betrug 1996 rund 11,4 Prozent.
Landeswährung ist die Litas (LTL).

Land und Leute
Litauen liegt in Mitteleuropa, an der Ostküste der Ostsee. Es ist der südlichste und mit 65 200 km² Fläche auch der größte der drei baltischen Staaten. Im Norden grenzt Litauen an Lettland, im Osten und Süden an Weißrußland und im Südwesten an Polen und die Russische Föderation (Königsberger Gebiet). Die Ostseeküste Litauens ist 99 km lang.

Die litauische Landschaft ist wie das gesamte Baltikum vor allem von Tiefebenen geprägt. Das Land ist sehr seenreich: Rund 2 833 Seen zieren die Landschaft.

Gegenwärtig leben in Litauen 3,5 Millionen Menschen. 68 Prozent der Bevölkerung wohnen in den Städten. Allein die Hauptstadt Vilnius hat 650 000 Einwohner.

Der Großteil der Bevölkerung, nämlich 81 Prozent, sind Litauer, 9 Prozent stammen aus der Russischen Föderation, 7 Prozent aus Polen, und die übrigen 3 Prozent setzen sich aus Weißrussen, Ukrainern, Deutschen, Tartaren und Juden zusammen.

Überwiegend bekennen sich die Litauer zum römisch-katholischen Glauben. Man findet aber auch Protestanten, Russisch-Orthodoxe, Juden und Moslems.

Amtssprache ist Litauisch. Russisch wird als zweite Sprache von etwa 80 Prozent der Bevölkerung gesprochen.



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