Polen - Polska

Fast 30 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft

Polen in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 313.000 Quadratkilometer
Einwohner: 38,2 Millionen
Erwerbsquote: 64,9 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 19,2 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 6.666 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 184,6 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 10.400 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 3,3 Prozent
Inflationsrate (2003): 0,7 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): - 4,1 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 41,8 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 54
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. Mai 2004): 27
Polen ist seit dem 1.5. 2004 EU-Mitgliedstaat.


Politik und Wirtschaft
Polen war - unter der Führung der Gewerkschaft Solidarnocz - der Vorreiter unter den mitteleuropäischen Staaten für marktwirtschaftliche Reformen und die Befreiung von der sowjetischen Vorherrschaft. Seit 1989 ist Polen eine parlamentarische Republik.

Das Parlament ist oberstes gesetzgebendes Organ. Es besteht aus zwei Kammern, dem Sejm und dem Senat. Die 460 Abgeordneten des Sejm und die 100 Senatoren werden jeweils für vier Jahre direkt gewählt.

Staatsoberhaupt ist der Präsident. Er wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Als höchster Vertreter des Staates in den internationalen Beziehungen wacht er über die Einhaltung der Verfassung und der internationalen Verträge, setzt die Parlamentswahlen an und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Das höchste Organ der Exekutive ist der Ministerrat, an dessen Spitze der Premierminister steht. Der Ministerrat wird vom Präsidenten der Republik ernannt und vom Sejm durch Vertrauensvotum bestätigt.

Der Bürgerbeauftragte (Ombudsmann) wacht über die Einhaltung der Menschenrechte und ist für die Regelung von Konflikten zwischen den Bürgern und den staatlichen Institutionen zuständig.

In der Verwaltung ist Polen zweistufig gegliedert: Es gibt 49 Wojewodschaften und 2 383 örtliche Räte, die jeweils eigene Verwaltungsaufgaben übernehmen.
Hauptstadt und Regierungssitz ist Warschau.

In den Jahren 1990 bis 1995 wurde die Planwirtschaft in Polen in eine offene Marktwirtschaft umgewandelt. Das hohe Tempo des Strukturwandels führte zunächst zu einem radikalen Rückgang der Industrieproduktion und des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Jahr 1992 kam jedoch die Rezession zum Stillstand.

Dies ist nicht zuletzt der Privatisierung der Wirtschaft zu verdanken, die in Polen schon weit vorangeschritten ist. 1995 wurden bereits rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Privatsektor erwirtschaftet. Auch in der Industrie hat der private Sektor mit 52 Prozent den größten Anteil an der Produktion übernommen.

Die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind Elektrotechnik, Maschinenbau, Lebensmittelindustrie, Leichtindustrie, Chemie, Elektronik sowie Kraftstoff- und Energieversorgung.

Die Landwirtschaft spielt für die polnische Wirtschaft eine wichtige Rolle. Sie trug 1994 mit 6 Prozent zum BIP bei, und gegenwärtig sind über 27 Prozent der Erwerbstätigen in diesem Sektor beschäftigt. In Polen - als dem einzigen Land des früheren kommunistischen Blocks - war das Privateigentum am bewirtschafteten Boden erhalten geblieben.

Polen ist reich an Naturschätzen. Die wichtigsten sind Steinkohle, Braunkohle, Nichteisenerze und Schwefel. Außerdem gehört Polen zu den weltgrößten Produzenten von Silber.

Der wichtigste Handelspartner Polens ist die Europäische Union.

Landeswährung ist der Zloty (PLZ).

Land und Leute
Polen liegt mitten im Herzen Europas. Es umfaßt ein Gebiet von 313 000 km². Gemeinsame Grenzen hat das Land mit der Russischen Föderation, Litauen, Weißrußland, der Ukraine, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland. Im Norden grenzt es mit einer über 500 km langen Küste an die Ostsee.

Die Landschaft Polens ist größtenteils von Ebenen geprägt. Nur im Süden sind Gebirge zu finden, nämlich die Karpaten, die Hohe Tatra und die Sudeten, wo man sogar noch einige wildlebende Bären finden kann. Masuren im Norden Polens ist das "Land der tausend Seen": Durch Kanäle sind insgesamt an die 3 000 Seen miteinander verbunden.

Einzigartig in Europa ist der Urwald von Bialowieza. Hier leben die nur einmal auf der Welt anzutreffenden Wisente, die größten Tiere Europas, die den amerikanischen Bisons ähneln.

Polens längster Fluß ist die Weichsel, an der auch die Hauptstadt Warschau (Warszawa) liegt. Weitere wichtige Wasserstraßen sind Bug und Oder.

Seine drei großen Häfen Gdingen (Gdyna), Danzig (Gdansk) und Stettin (Szczecin) sind wichtige Wirtschaftszentren Polens.

Mit seinen 38,5 Millionen Einwohnern nimmt Polen in der Bevölkerungsstatistik den siebten Platz in Europa ein. 122 Einwohner wohnen im Durchschnitt auf 1 km². Die meisten Polen, nämlich 62 Prozent, leben in Städten. Die Hauptstadt Warschau hat knapp 1,7 Millionen Einwohner.

Der größte Teil der Bevölkerung sind Polen; nur 2-3 Prozent der Bevölkerung zählen zu nationalen Minderheiten. Darunter fallen Weißrussen, Litauer, Deutsche und Ukrainer.

Rund 95 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Die Religion nimmt im ganzen Land einen hohen Stellenwert ein. Ein Beispiel hierfür sind die kilometerlangen Pilgerzüge nach Tschenstochau (Czestochowa).

Amtssprache ist Polnisch.



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