Slowakei - Slovensko

1992: Tschechien und die Slowakei trennen sich

Slowakei in Zahlen (Statistisches Bundesamt, 2002)

Fläche: 49.000 Quadratkilometer
Einwohner: 5,4 Millionen
Erwerbsquote: 69,5 Prozent
Arbeitslosenquote (2003): 6,4 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 3.698 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 29,3 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 11.900 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 3,8 Prozent
Inflationsrate (2003): 8,8 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): - 7,2 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 42,6 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 14
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. Mai 2004): 7
Die Slowakei ist seit dem 1.5.2004 EU-Mitgliedstaat.


Politik und Wirtschaft
1989 wurde in der damaligen Tschechoslowakei das kommunistische Regime gestürzt. 1992 trennten sich die zwei Teilrepubliken friedlich in zwei selbständige Staaten: die Slowakei und die Tschechische Republik. Mit dem Inkrafttreten der Verfassung entstand die Slowakei am 1. Januar 1993 als souveräner demokratischer Staat.

Das gesetzgebende Organ des slowakischen Staates ist der Nationalrat. Er hat gemeinsam mit der Regierung das Initiativrecht bei Gesetzesvorschlägen und verabschiedet die Gesetze. Die 150 Mitglieder des Nationalrates werden nach dem Verhältniswahlrecht für vier Jahre direkt gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee ist der Präsident, der vom Nationalrat auf fünf Jahre gewählt wird. Er ernennt mit Billigung des Nationalrates den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die Minister. Außerdem kann er beschlossene Gesetze an das Parlament zurückverweisen; jedoch kann sich der Nationalrat mit einfacher Mehrheit über sein Veto hinwegsetzen.

Die Exekutivgewalt liegt bei der Regierung. Sie ist vom Vertrauen des Parlaments abhängig, das ihr oder dem Ministerpräsidenten das Mißtrauen aussprechen kann.

Verwaltungsmäßig ist die Slowakei in acht Bezirke und 79 Landkreise gegliedert, deren höchste Verwaltungsbeamte von der Regierung ernannt werden.
Hauptstadt und Regierungssitz ist Bratislava.

Die Slowakei mußte in den letzten Jahren schwierige ökonomische Umstellungen verkraften. Zum einen verschwand mit der Auflösung des Warschauer Paktes der Absatzmarkt für den größten Industriezweig des Landes, die Schwerindustrie mit den Rüstungsbetrieben, zum anderen stand die Slowakei plötzlich ohne ein Wirtschafts- und Verwaltungszentrum da, weil dieses Zentrum bis dahin in Prag, der Hauptstadt der nun ebenfalls eigenständigen Tschechischen Republik, angesiedelt war.

Vom wirtschaftlichen Umbruch war vor allem die Industrie betroffen, deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf rund ein Drittel zurückging. Die wichtige Metallindustrie, durch den Reformprozeß fast zum Erliegen gebracht, hat sich jedoch inzwischen auf niedrigerem Produktionsniveau eingependelt. Vor allem die inzwischen privatisierten Unternehmen sind es, die den Wirtschaftsaufschwung vorantreiben. Während 1993 der private Anteil am Bruttoinlandsprodukt noch bei 30 Prozent lag, wurden 1995 bereits 63 Prozent des BIP von privaten Unternehmen erwirtschaftet. Bedeutsam sind weiterhin das Baugewerbe sowie die Nahrungs- und Genußmittelindustrie.

Der landwirtschaftliche Sektor spielt in der slowakischen Wirtschaft traditionell eine untergeordnete Rolle und trägt auch heute nur mit 9 Prozent in relativ geringem Umfang zum BIP bei.

Wie auch die anderen mitteleuropäischen Länder hat sich die Slowakei stark den westlichen Märkten zugewandt. Der wichtigste Handelspartner ist heute mit 26 % der slowakischen Einfuhren und 41 Prozent der Ausfuhren die Europäische Union. Der wichtigste einzelne Handelspartner ist aber immer noch die Tschechische Republik.
Landeswährung ist die slowakische Krone (SKK).

Land und Leute
Die Slowakei liegt in Mitteleuropa und umfaßt eine Fläche von 49 035 km². Seine Nachbarn sind Polen und die Tschechische Republik im Norden, Österreich im Westen, Ungarn im Süden und die Ukraine im Osten.

Das Profil des Landes ist durch große Höhenunterschiede geprägt. Die mittlere und nördliche Slowakei ist gebirgig - bis hierher reicht der Karpatenbogen -, während die südliche und östliche Slowakei eine Ebene bildet. Der wichtigste Fluß ist die Donau, durch die die Slowakei mit Wien, dem Rhein-Main-Kanal und mit den Häfen am Schwarzen Meer verbunden ist.

Im Süden des Landes befindet sich die größte Flußinsel Europas, die Schüttinsel, die eine Fläche von 123 612 ha bedeckt.

In der Slowakei leben etwa 5,3 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 109 Einwohner/km².

In der Slowakei sind viele Nationalitäten vertreten: 86 % der Menschen sind Slowaken, 10 % Ungarn; außerdem gibt es Minderheiten von Roma, Tschechen, Deutschen und Polen. Die größte Stadt der Slowakei ist Bratislava mit fast 450 000 Einwohnern.

Es gibt in der Slowakei insgesamt 15 Bekenntnisse und Religionsgemeinschaften, 29 Frauenorden und 19 Männerorden. 60 Prozent der Menschen in der Slowakei sind römisch-katholisch, zum evangelischen Glauben bekennen sich 6,2 Prozent. Andere Gemeinschaften sind z. B. griechisch-katholisch und kalvinistisch.

Amtssprache ist Slowakisch.



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