Kroatien

Kroatien ist der 28. EU-Mitgliedstaat

Als zweiter ehemaliger Teilstaat Jugoslawiens ist Kroatien am 13. Juli 2013 in die EU aufgenommen worden. Die Entscheidung hierzu tragen die EU-Staats- und Regierungschefs bereits 2004 auf ihrem Gipfel in Brüssel. Kroatien sei ein Rechtsstaat mit einer Marktwirtschaft, hieß es in einer Erklärung. Als erster ehemaliger Teil Jugoslawiens gehört seit dem 1. Mai 2004 Slowenien zur EU.

Der Beschluss des EU-Gipfels in Brüssel ist in Zagreb mit Begeisterung aufgenommen worden. Das in der Hauptstadt tagende Parlament begrüßte die Entscheidung der EU-Staats- und Regierungschefs mit anhaltendem Applaus, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Hina.

Präsident Stipe Mesic bezeichnete in einer Ansprache die EU-Mitgliedschaft als «wichtigstes strategisches Ziel» seines Landes. Nun sei Kroatien offizieller Kandidat für den Beitritt in die Familie europäischer Staaten. Jetzt müsse Kroatien so schnell wie möglich alle europäischen Standards annehmen, um ein moderner europäischer Staat zu werden, denn die Kandidatur bedeute neben einer großen Anerkennung auch eine große Verpflichtung, sagte Mesic.

Für Kroatien beginne jetzt eine neue «historische Etappe», sagte der stellvertretende Parlamentssprecher Darko Milinovic. Er dankte allen Politikern, die sich seit der Unabhängigkeit von Jugoslawien 1991 für ein souveränes und pro-europäisches Kroatien eingesetzt haben.

Politik und Wirtschaft

Fläche: 55 960 km²
Einwohner: 4403000
Abgeordnete im Europäischen Parlament: 12
Stimmen im EU-Ministerrat: 7
Kroatien ist seit 1.7.2013 EU-Mitgliedstaat.
Amtssprache ist Kroatisch.

Im Mai 1991 sprachen sich in einem Referendum über 90 Prozent der Wahlbeteiligten für die Unabhängigkeit Kroatiens aus. Am 25.06.1991 erklärte Kroatien dann unter Franjo Tudjman ihre Unabhängigkeit. Zunächst als semi-präsidentielles System aufgebaut, wurde die Republik Kroatien im Jahr 2000 durch Verfassungsänderungen in ein parlamentarisches Regierungssystem umgewandelt. Durch eine weitere Verfassungsänderung 2001 wurde das ehemals Zwei-Kammernsystem zu einem Einkammersystem.

Die kroatische Verfassung regelt, dass das Parlament, auf kroatisch Sabor genannt (zu deutsch "Versammlung") aus 100 bis maximal 160 Abgeordneten besteht. Ein Teil dieser Sitze sind für die Vertreter der nationalen Minderheiten und Auslandskroaten (Emigranten sowie auch Kroaten und Bosnien und Herzegowina) vorgesehen. Die Abgeordneten des Hrvatski Sabor werden nach dem Verhältniswahlrecht mit einer 5%-Klausel gewählt.

Staatsoberhaupt und gleichzeitig Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Präsident, der alle fünf Jahre unmittelbar durch das Volk gewählt wird. Der Präsident ernennt die Kabinettsmitglieder, und nach Zustimmung des Parlaments, auch den Premierminister. Der Regierungssitz ist in der Hauptstadt Zagreb, die gleichzeitig eine besondere Verwaltungseinheit Kroatiens bildet. Daneben gibt es insgesamt 20 so genannte Gespanschaften. Die Gespanschaften sind die größten administrativ-territorialen Einheiten Kroatiens und werden von den Gespanschaftsvorsitzenden geleitet. Diese werden von der Gespanschaftsversammlung gewählt und von der Staatspräsidentin/ dem Staatspräsidenten bestätigt.

Im Februar 2003 stellte Kroatien einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Den offiziellen Kandidatenstatus erhielt das Land im Juni 2004. Rund sieben Jahre später unterzeichnen die EU und Kroatien den Beitrittsvertrag am 9.12.2011. Auch die Bürger Kroatiens unterstützten den Beitritt Kroatiens zur EU: Bei einem Referendum im Januar 2012 sprachen sich 66 Prozent der Wähler für einen Beitrittt Kroatiens zur EU aus. Seit dem 1.Juli 2013 ist Kroatien der 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Damit wächst die Europäische Union auf 508 Millionen Einwohner an und mit kroatisch kommt eine weitere Amtssprache dazu. Kroatien entsendet 12 Abgeordnete ins Europäische Parlament. In der Europäischen Kommission ist Kroatien mit einem Kommissar vertreten: Als Kommissar für Verbraucherschutz wurde Neven Mimica ernannt.
Bereits vor dem Beitritt zur Europäischen Union verbanden Kroatien und die EU enge wirtschaftliche Beziehungen. 2012 war die Europäische Union Kroatiens Haupthandelspartner (62 % des Außenhandels), Bosnien-Herzegowina und Serbien sind die zweitwichtigsten Absatzmärkte. Zu den Hauptexporten zählten Industriegüter (60%), landwirtschaftliche Produkte machten 10 % des Exports in die EU aus.

Land und Leute
Das Land, das östlich des Adriatischen Meeres liegt, ist zum größten Teil gebirgig oder hügelig. Von den über 1200 Inseln Kroatien ist lediglich ein Bruchteil bewohnt. Zu den größten Inseln zählen Cres und Krk.

Insgesamt zählt Kroatien rund 4,3 Millionen Einwohner, hiervon leben über 790.000 in der Hauptstadt Zagreb. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 78,7 Einwohner/km². Die Bevölkerung Kroatiens ist multiethnisch. Die Mehrheit - circa 90 % - sind Kroaten, 4,4% sind Serben. Die restlichen 5 Prozent setzen sich aus einer Reihe von Ethnien und Nationen zusammen wie Bosniaken, Slowenen, Makedonier. Die Mehrheit der Bevölkerung Kroatiens ist römisch-katholisch, 4 Prozent sind serbisch-orthodox, und zu einem geringen Anteil gibt es Personen muslimischen (1%), evangelischen (0,3%) und jüdischen (0,01%) Glaubens.

 



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