Belgien - Belgique - België

Staat verschiedener Regionen und Kulturgemeinschaften mit drei Amtssprachen

Belgien in Zahlen

Fläche: 31.000 Quadratkilometer
Einwohner: 10,4 Millionen
Erwerbsquote: 64,1 Prozent
Arbeitslosenquote: 8,1 Prozent
Durchschn. Bruttojahresverdienst (verarbeitendes Gewerbe): 33.795 EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003): 265,8 Milliarden EUR
Bruttoinlandsprodukt (2003, pro Kopf in KKS): 25.850 KKS
Veränderung des BIP (im Verhältnis zum Vorjahr): + 0,8 Prozent
Inflationsrate (2003): 1,5 Prozent
Saldo des Staatshaushalts (in Prozent des BIP): 0,1 Prozent
Staatsverschuldung (in Prozent des BIP): 105,8 Prozent

Abgeordnete im Europäischen Parlament (nach 13. Juni 2004): 24
Stimmen im EU-Ministerrat (ab 1. November 2004): 12
Belgien ist seit 1957 EU-Mitgliedsstaat.


Politik
Das Königreich Belgien ist eine konstitutionelle Monarchie und ein Bundesstaat, der sich aus Regionen und Kulturgemeinschaften zusammensetzt. Der König als Staatsoberhaupt repräsentiert die Einheit des Landes. Er kann das Parlament einberufen und auflösen.

Das Parlament, das sich aus der Abgeordnetenkammer und dem Senat zusammensetzt, verabschiedet die Gesetze. Die Abgeordneten werden alle, die Senatsmitglieder zu einem Teil in direkter Wahl vom Volk gewählt. Es besteht Wahlpflicht. Beide Parlamentskammern sowie der König haben das Recht, Gesetzesentwürfe einzubringen. Die ausübende Gewalt liegt in den Händen des Königs und der Minister, die er in die Regierung beruft.

Der belgische Staat ist zwar klein, dennoch werden drei Amtssprachen in Belgien gesprochen: Niederländisch, Französisch und Deutsch. Das Zusammenleben der Kulturen ist sicher eine Bereicherung, liefert aber auch oft Konfliktstoff. Die Forderungen der verschiedenen Gemeinschaften nach einer gewissen Eigenständigkeit führten im Laufe der Jahre zu umfangreichen Staatsreformen, die schließlich zur verfassungsrechtlichen Anerkennung der drei Regionen und der drei Gemeinschaften führten. Den drei Gemeinschaften (französischsprachig, flämisch und deutschsprachig) wurden eigene Kompetenzen zugeteilt, besonders auf kulturellem Gebiet und im Unterrichtswesen.

Die Kompetenzen der drei Regionen liegen insbesondere im Wirtschafts- und Sozialbereich. Zur Region Flandern gehört ganz Flandern, die wallonische Region umfaßt Wallonien und die deutschsprachigen Kantone, die dritte Region ist die Hauptstadt Brüssel. Die Regionen haben jeweils eine direkt gewählte und als Rat bezeichnete gesetzgebende Versammlung sowie eine Exekutive.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Brüssel.

Wirtschaft
Belgien besitzt eine lange Handelstradition. Bereits im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Hafenstadt Brügge zu einem internationalen Handelszentrum. Bis heute lebt das Land vom Handel mit der gesamten Welt. Insgesamt 60 % aller belgischen Produkte wandern in den Export. Dabei ist die Wirtschaftsleistung regional sehr unterschiedlich verteilt: Rund zwei Drittel der belgischen Ausfuhren werden von flandrischen Unternehmen hergestellt.

In Brüssel schlägt das Herz Europas: Viele der Organe der Europäischen Gemeinschaft haben hier ihren Sitz. Dazu gehören die Europäische Kommission und der Rat der Europäischen Union, und auch die Ausschüsse des Europäischen Parlaments arbeiten in der Regel in Brüssel. Auch andere internationale Organisationen wie die NATO haben ihren Sitz in der Landeshauptstadt und geben ihr ein internationales Flair.

Ein Großteil des belgischen Bruttoinlandsprodukts (BIP), nämlich 72 Prozent, wird im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Das verarbeitende Gewerbe macht 26 Prozent des BIP aus. Zu den wichtigsten Industriezweigen zählen die Stahlerzeugung und die Metallverarbeitung, die Chemie- und die Elektronikindustrie sowie der Maschinenbau. Eine lange Tradition haben auch die Textil- und Glasindustrie. Weitere berühmte Spezialitäten des Landes sind Schokolade und Bier.
Landeswährung ist seit Januar 1999 der Euro (€).

Geographie
Das Königreich Belgien grenzt im Norden an die Niederlande, im Osten an Luxemburg und Deutschland, im Süden an Frankreich und im Westen an die Nordsee. Seine Fläche beträgt 31.000 km². An das Küstengebiet schließen sich zum Landesinneren hin fruchtbare Poldergebiete, die sandige flandrische Ebene sowie das Heide- und Waldgebiet Kempenland an. Zwischen dem Flachland im Norden, den dichtbewaldeten Ardennen und dem belgischen Teil Lothringens im Süden erstreckt sich die Zentralebene. Die höchste Erhebung Belgiens ist mit 694 m das Signal de Botrange. Die wichtigsten Flüsse sind Schelde und Maas.

Bevölkerung
In Belgien leben 10,4 Millionen Menschen. Mit einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 329 Einwohnern/km² ist Belgien nach den Niederlanden das am dichtesten besiedelte Land der Europäischen Union. Die Bevölkerung ist aber sehr ungleich verteilt: Während sich 40 Prozent der Gesamtbevölkerung in dem Dreieck Antwerpen-Brüssel-Gent konzentrieren, leben in den Ardennen nur 50 Einwohner auf 1 km². 97 Prozent aller Belgier leben in Städten.

Belgien ist sehr katholisch geprägt: Rund 88 % der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Religion an. Außerdem gibt es 250 000 Muslime und 40 000 Protestanten.

Die in Belgien lebenden 920 000 Ausländer stammen mehrheitlich aus EU-Mitgliedstaaten, die meisten davon aus Italien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Auch Marokkaner und Türken sind in Belgien stark vertreten.

Die Amtssprache in Flandern ist Niederländisch. Die Amtssprache der Wallonen im Süden des Landes ist Französisch. In Brüssel sind Französisch und Niederländisch gleichberechtigt. Deutsch ist die dritte belgische Amtssprache. Rund 57 Prozent der Bevölkerung sprechen Niederländisch, 42 Prozent Französisch und 0,6 Prozent Deutsch.



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